Josef Straßer von den Freien Wählern hat sich in der Stichwahl durchgesetzt.

Kommunalwahl 2020

Klare Sache in Langenpreising: Josef Straßer ist neuer Bürgermeister

  • Markus Schwarzkugler
    VonMarkus Schwarzkugler
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Eine deutliche Angelegenheit war die Stichwahl am Sonntag in Langenpreising. Kurz nach 19 Uhr stand das Ergebnis offiziell fest: Josef Straßer von den Freien Wählern hatte sich mit 63,2 zu 36,8 Stimmen gegen Leo Melerowitz (CSU) durchgesetzt.

Langenpreising – „Das ist ein bissl seltsam noch, ich bin schon ein bissl stolz“, sagte Straßer, dem anzuhören war, dass man das „bissl stolz“ in seinen Worten problemlos auch durch „mächtig stolz“ hätte ersetzen können. 1027 Stimmen hatte der 58-Jährige von den Langenpreisingern bekommen, Melerowitz verbuchte am Ende 599 Stimmen.

Straßer verfolgte die Ergebnisbekanntgabe zusammen mit Melerowitz und den Wahlhelfern im Wahllokal in der Schule. Auch dabei: Straßers Ehefrau Gisela. Sie herzte ihren Gatten natürlich. Doch: „Sie ist noch zwiegespalten, weil sie nicht weiß, was jetzt auf uns zukommt“, plauderte der frischgewählte Nachfolger von Bürgermeister Peter Deimel aus dem Nähkästchen.

Was auf die Bürger und die Gemeinderäte in Zukunft zukommt, ist dagegen schon klar, wenn es nach ihrem neuen Chef geht: Es wird fleißig zusammengeholfen, an einem Strang gezogen. „Ich bin nicht die wichtigste Person in der Ortschaft. Zusammenarbeiten ist das A und O“, stellt Straßer klar.

Leo Melerowitz (CSU) hatte sich mehr Stimmen erwartet.

Bei Melerowitz war die Ernüchterung derweil groß. „Ich hatte mir schon mehr Stimmen erwartet. Ich dachte, dass es knapper ausgeht. Aber es ist halt mal so“, sagte er enttäuscht. Freilich, und das war nach dem von beiden Seiten betont fairen Wahlkampf auch nicht anders zu erwarten, gratulierte Melerowitz Straßer auch gleich zu seiner Wahl. „Auf eine gute Zusammenarbeit wie in den letzten sechs Jahren“, wünschte er sich sogar.

Da hatte Straßer nichts einzuwenden. Er bedankte sich bei seinem Wahlkampfteam, allen voran Franz Neumüller und Natalie Kienmüller-Stadler. Es sei überragend, was sie geleistet hätten. Letztere wird übrigens im neuen Gremium die einzige Frau sein – „leider“, wie Straßer befand.

Was den Ausschlag für seine Wahl gegeben hat? Wie auch die Podiumsdiskussion des Erdinger/Dorfener Anzeiger gezeigt hat, lagen die vier Kandidaten inhaltlich ja nicht so weit auseinander. „Vielleicht war es die Dorfmitte“, vermutet Straßer. Er sei nämlich vergangenen November mit den Freien Wählern als Erster vorangeprescht, was ihm bei den älteren Wählern möglicherweise zugute gekommen ist, mutmaßt der neue Bürgermeister. Und die Stimmen der Grünen-Wähler vom ersten Wahldurchgang seien wohl eher zu ihm abgewandert.

Vor zwei Wochen hatte sich Straßers Erfolg bereits abgezeichnet. Er hatte 46,3 Prozent geholt, gefolgt von Melerowitz (31,3), Anton Wollschläger (Grüne/21,0) und Hans Kaspera (SPD/1,5). Die Wahlbeteiligung lag bei 66,8 Prozent, zwei Wochen später waren es nun 71,4 Prozent. Dass diesmal alle Bürger Briefwahlunterlagen bekommen hatten, dürfte sich darauf ausgewirkt haben.

Zum Schluss noch eine Frage: Wird der bisherige 3. Bürgermeister Melerowitz nun 2. Bürgermeister? Zumindest hatten sich die beiden Konkurrenten bei der Podiumsdiskussion ja den jeweils anderen als Stellvertreter gewünscht. „Ich wäre auf alle Fälle offen“, meint Melerowitz. Und Straßer will zwar zunächst noch mit seinen FW-Mitstreitern darüber reden und noch nichts Finales zu Protokoll geben, doch er sagt auch: „Das Angebot steht noch.“

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