Kritik an Flächennutzungsplan

Die ganze Gemeinde ein Bodendenkmal

Ausweisungen für Wohnbau und Gewerbe in Langenpreising stoßen auf Kritik. Die Rücksichtnahme auf Bodendenkmäler ist eines der Probleme.

Langenpreising – Die Gemeinde Langenpreising tut sich hart mit der 15. Änderung des Flächennutzungsplans. Gleich an vier Stellen sollen Entwicklungspotenziale erschlossen werden: eine Erweiterung des Gewerbegebiets Straßäcker, ein Wohngebiet an der Prisostraße, eine kleine Fläche im Ortskern Langenpreising und ein kleines Wohngebiet am Ortsrand von Zustorf. Die Tendenz der Behördenkritik: Die neuen Baulandflächen sind etlichen Trägern öffentlicher Belange zu groß.

Das kannten die Langenpreisinger bereits, vor allem bei der Erweiterung des Gewerbegebiets „Straßäcker“ neben dem Autohaus Senfl. Hier hat Planer Franz Pezold die nächste Vergrößerung bereits eingezeichnet. Es gebe einige Anfragen von Unternehmen, berichtete Bürgermeister Peter Deimel. Wenn er alle Bauwünsche berücksichtige, würde diese zweite Erweiterung sofort gebraucht. Doch Deimel tritt auf die Bremse. „Da sind Logistiker darunter, die gleich soundso viel Hektar nehmen.“ Er deutete in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag an, dass solche Ansiedlungen nicht in seinem Sinne seien.

Pezold hatte zu den amtlichen Stellungnahmen derart viel Papier voll schreiben müssen, dass dem Bürgermeister ein Stoßseufzer entfuhr: „Wir werden noch mal in unserer Bürokratie ersticken“, sagte er.

Das nächste Problem sind die Bodendenkmäler. Dass praktisch die gesamte Gemeinde auf einem solchen liegt, wurde den Räten bei der Besichtigung der Pläne einmal mehr deutlich. Deimel konnte beim besten Willen die wundersame Vermehrung der Bodendenkmäler seit der letzten Fortschreibung des Flächennutzungsplans nicht verstehen und forderte eine ausführliche Begründung. Aber auch dazu hatte Pezold etwas vorbereitet: Die Verkleinerung des geplanten Wohnbaugebiets in Zustorf sei als Entgegenkommen in Richtung Landesdenkmalamt zu verstehen, erklärte er.

Bezüglich der Größe von Ausweisungen im Ortskern von Langenpreising kam die Gemeinde den Kritikern entgegen: Die Fläche zwischen Bauhof und Frauenstraße, die bisher eingezeichnet war, wird nun doch herausgenommen und durch eine landwirtschaftliche Fläche ersetzt.

Echtes Kopfzerbrechen machte dem Planer die Stellungnahme der Fachbehörden und des betroffenen Unternehmers wegen eines Betriebs an der Prisostraße, an den die Wohnbebauung nun doch näher heranrücken soll. Hier schlug der Architekt vor, ein Lärmschutzgutachten in Auftrag zu geben, damit die Planung den Bestandsschutz und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens berücksichtigen könne. Dem stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

Das bedeutet, dass sich die nächste Auslegung des Planes verzögern wird. Die Hochspannungsleitung der Bahn, die an Langenpreising vorbeiführt und das Gewerbegebiet tangiert, ist schlicht vergessen worden und wird nachträglich eingezeichnet, einschließlich der vorgeschriebenen Schutzzonen. Das bedeutet nach den Worten des Planers aber nicht, dass dort nichts passieren dürfe. Parkplätze und Lagerflächen blieben zulässig, aber das müsse eben im Plan dargestellt werden.

von Klaus Kuhn

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