Arbeitet gerade an ihrer ersten Live-CD: Liedermacherin Sara Brandhuber.
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Arbeitet gerade an ihrer ersten Live-CD: Liedermacherin Sara Brandhuber.

Nördlicher Landkreis

Der lange Weg zur ersten eigenen Platte

Für die Produktion der eigenen CD hat Sara Brandhuber ein Projekt gestartet. Crowdfunding soll helfen, den Traum zu verwirklichen.

Zustorf – Sara Brandhuber will sich einen Lebenstraum erfüllen. Die 29-jährige Liedermacherin und Kabarettistin möchte eine Live-Doppel-CD ihres ersten bayerischen Kabarettprogramms „I war des fei ned!“ herausbringen. Zur Finanzierung geht sie ganz moderne Wege – ein Crowdfunding-Projekt soll helfen.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Brandhuber den Bayerischen Dialektpreis gewonnen und daraufhin angekündigt, das Preisgeld in die Produktion einer CD zu investieren. Zwar ist die 29-Jährige, die in Kumhausen bei Landshut aufgewachsen ist, momentan noch in Elternzeit – Sohn Quirin kam im März 2017 zur Welt, mit ihm und ihrem Mann Thomas lebt sie mittlerweile in Zustorf in der Gemeinde Langenpreising. Doch trotz der mütterlichen Pflichten ist die Liedermacherin und Kabarettistin ihrem Versprechen treu geblieben.

Die Realisierung des Live-Mitschnitts, allein mit dem Preisgeld, sollte aber nicht aufgehen. Das Programm war für eine CD einfach viel zu lang. „Auf einen Rohling passen 90 Minuten, und ich hatte das Doppelte mit Zugabe“, erzählt Brandhuber. Also musste etwas rausgenommen werden. Doch was? „Ich bin drei Tage gesessen und hab überlegt“, sagt Brandhuber. Am Ende beschloss sie, eine Doppel-CD herauszubringen. Und damit auf der Scheibe kein freier Platz verschwendet wird, immerhin soll „der werte CD-Käufer möglichst viel für sein Geld bekommen“ – deshalb wird’s auch ein paar Lieder als Studioversion geben.

Doch für diese Ideen reichte das Preisgeld nicht. Woher also das Geld nehmen? Da kam ihr die Idee des Crowdfundings. Sie habe diese Art von Projekt bereits bei anderen Künstlern, die noch nicht so groß waren, gesehen und stieß schließlich auf „Startnext“. Brandhuber habe ihren ganzen Mut zusammengenommen und es einfach versucht.

Auf ihrer Internetseite kann man entweder einen beliebigen Geldbetrag spenden oder man bucht sogenannte Dankeschöns: Man kann Brandhuber beispielsweise für ein Wohnzimmerkonzert buchen, eine CD vorbestellen oder Kleinigkeiten wie Baumwolltaschen und Flaschenöffner mit markigen Sprüchen aus ihrem Programm kaufen.

Dann ging alles ganz schnell. Nach drei Tagen hatte sie ihr erstes Ziel von 1500 Euro erreicht – „damit hab ich gar nicht gerechnet“, vor allem, da es sich bei den Spendern nicht nur um Familie und Freunde handelte: „Es hat mich schon geehrt.“ Das zweite Ziel liegt bei 2500 Euro. Nach der CD-Produktion will die junge Frau das restliche Geld in ein Musikvideo stecken oder in die Gestaltung ihrer Homepage.

Mit der eigenen CD und der Solokarriere erfüllt sich ein Traum der Musikerin, die ihr Geld als Sozialpädagogin in der Psychiatrie in Taufkirchen verdient. Doch die Musik, „das ist meine Leidenschaft“, sagt Brandhuber, die lange Zeit eine Rockband hatte, mit der sie aber nur kleinere Auftritte absolvierte. Bereits zu dieser Zeit feilte sie an bairischen Texten. Doch das passte nicht so gut, wie sie es sich damals vorgestellt hatte.

Heute besteht ihr Programm aus einen Rundumschlag aus ihrem eigenen Leben. „Es ist voll von Themen, die mich beschäftigen – von klein an bis jetzt. Es sind lustige Lieder, zum Beispiel eins über Bärte“, sagt sie lachend. Nun schreibt sie schon an ihrem nächsten Programm: „Es ist ein schöner Ausgleich zum Mama-Sein.“

Hin und wieder ist Brandhuber in Mix-Shows – Stand-up-Comedy und Musik – zu sehen, wo sie mit anderen Kollegen auftritt. Die CD-Release-Party für ihr eigenes Werk soll am 21. Juli in Mauern steigen. Brandaktuell ist das Benefizkonzert, das Brandhuber am Samstag, 16. Juni, in der FeG Moosburg im Gewerbegebiet Degernpoint gibt. Sämtliche Spenden und Einnahmen aus dem Verkauf von Essen und Getränken geht an Humedica. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr.   Katarina Meiske

Wer die junge Musikerin

unterstützen möchte, kann dies noch bis zum 31. Mai tun. Alles über Sara Brandhuber steht online auf www.sarabrandhuber.de.

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