Das Neubaugebiet an der Thenner-See-Straße wird höher liegen, als die benachbarte Linnerwegstraße. Das sorgte für Unmut bei den Nachbarn. Jetzt wurde eine Lösung gefunden.
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Niveau-Unterschiede: Die Schachtdeckel (vorne) markieren die zukünftige Straßenhöhe, die deutlich über dem der Grundstücke an der Linnerwegstraße (im Hintergrund) liegt.

Lösung an der Thenner-See-Straße

Höhenunterschied im Langenpreisinger Neubaugebiet: Gemeinderat findet Kompromiss

Das Neubaugebiet an der Thenner-See-Straße wird höher liegen, als die benachbarte Linnerwegstraße. Das sorgte für Unmut bei den Nachbarn. Jetzt wurde eine Lösung gefunden.

Langenpreising – Obwohl die Erschließungsarbeiten bereits laufen, packt die Gemeinde Langenpreising den Bebauungsplan der Thenner-See-Straße noch einmal an. Am vergangenen Montag hatte Bürgermeister Josef Straßer (FW) extra dafür eine Sondersitzung des Gemeinderates angesetzt. Die Sitzung war mit etwa zwei Dutzend Zuhörern so gut besucht, dass es beinahe logistische Probleme aufgrund der Abstandsregeln gegeben hätte. Der Rat tagte im Mehrzweckraum der Grundschule und nicht in der Turnhalle.

Hintergrund für dieses für Neubaugebiete ungewöhnliche Vorgehen sind Bedenken der Nachbarn in der Linnerwegstraße, die eine Vernässung ihrer Grundstücke befürchten. Schon in einem ersten Schritt war die Gemeinde auf diese Nachbarn zugegangen und hatte umfangreiche Zusätze beschlossen, etwa die Verpflichtung, dass bei den Neubaugrundstücken, die unmittelbar an die Bestandbebauung angrenzen, keine Freistellungsverfahren erfolgen und ein Entwässerungsplan vorzulegen ist.

Auffüllverbot an der Baugebietsgrenze

Das Neubaugebiet liegt deutlich höher als die Linnerwegstraße, was den Anwohnern erst bei den laufenden Erschließungsarbeiten richtig aufgefallen war. Die bisherigen Beschlüsse zeigten viel guten Willen, sorgten auch für eine gute Grundstimmung, konnten aber die Bedenken nicht ganz ausräumen.

Alle Anwohner an der Linnerwegstraße hatten sich zusammen getan. Jetzt besserte Planer Franz Pezold entscheidend nach: Auffüllverbot auf einem vier Meter breiten Streifen entlang der Baugebietsgrenze und Höhenbeschränkungen. Das geht aber nicht ohne eine Änderung des Bebauungsplans, und mit einem einstimmigen Beschluss stieg der Gemeinderat jetzt in das Verfahren ein.

Igelfreunde stellen sich quer

Diskussionen gab es nur noch um einige Formulierungen und Details. So hatte Pezold der Einfachheit halber den Passus, dass Zäune ohne Sockel zu errichten sind, gestrichen. Das schmeckte gleich mehreren Räten quer durch die Fraktionen nicht: Kleintiere wie Igel sollten auch weiterhin ihre Reviere quer durch die Gärten haben können. In den Bereichen, die an die Bebauung in der Linnerwegstraße angrenzen, hätten Sockel für Zähne wegen der Geländeform aber Sinn gemacht. Eine erste Abstimmung gab eine Mehrheit von sieben gegen sechs Stimmen für die sockellosen Zäune, worauf die Verwaltung sich intensiv um eine bessere, hieb- und stichfeste Formulierung im Bebauungsplan bemühte.

Als die gefunden war, ließ Vorsitzender Leo Melerowitz (CSU) – Bürgermeister Straßer war wegen persönlicher Beteiligung ausgeschlossen – noch einmal abstimmen: 12:1. Damit war ein breiter Konsens gefunden.

Vereinfachtes Verfahren um Zeit zu sparen

Die Verwaltung und der Planer waren im Vorfeld nicht untätig gewesen und hatten sich mit den Anwohnern zusammengesetzt. Was jetzt ins Verfahren geht, findet nach dem Bericht der Verwaltung allgemein Zustimmung.

Nach der öffentlichen Sitzung versicherte die Verwaltung auf Nachfrage der Heimatzeitung, dass diese Änderung des Bebauungsplans im sogenannten vereinfachten Verfahren vonstatten gehen soll. Das heißt: Anders als im Regelverfahren wird es nur eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit geben statt zwei. Das verkürzt das Prozedere. Möglich ist das auch nur deshalb noch, weil die Gemeinde noch keine Grundstücke verkauft hat. 

Klaus Kuhn

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