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Bereit, in Krisengebieten zu helfen (v. l.): Stephan Quasthoff, Alexandra Quasthoff, Hans Kaspera, Daniel Rixen, Vorsitzender Hanspeter Hollack, Eveline Zwehn, Danielle Vallieres, Ursula Rieger und Bruno Janke.

One Step Further: Neuer Dachverband hilft bei Finanzierung von Auslandseinsätzen

International schlagkräftige Minensucher

Der Langenpreisinger Verein One Step Further, der sich mit den entsetzlichen Folgen von Minen in Entwicklungsländern befasst, hält es mit dem Motto „vereint sind auch die Schwachen mächtig“. Mit seinen 18 Mitgliedern ist der kleine, rührige Verein einfach nicht groß genug aufgestellt, um in Zusammenarbeit mit dem Bundesaußenministerium international tätig zu werden. Doch ein neuer Dachverband macht jetzt Hoffnung.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – Das Auswärtige Amt hat für ein solche Zusammenarbeit einen Kriterienkatalog, den ein Verein dieser Größe alleine nicht erfüllen kann. Vorsitzender Hanspeter Hollack konnte in der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend im Gasthaus Lintsche in Zustorf berichten, dass ein Dachverband von Vereinen mit ähnlicher Ausrichtung gebildet werden soll.

Diese gibt es durchaus, und so werden die Langenpreisinger ehrenamtlichen Minensucher zu den Gründungsmitgliedern des Dachverbands gehören. Dieser werde, wie Hollack im Gespräch mit der Heimatzeitung erläuterte, seinen Sitz wohl in Oberbayern haben. Einige Partner seien schon gefunden. Dabei sei interessant, dass diese mit einer teilweise anderen Schwerpunktbildung das, was die Langenpreisinger tun, so ergänzen könnten, dass der Kriterienkatalog des Auswärtigen Amts vereint abgearbeitet werden könne.

Bei einer neuerlichen Tagung in Genf, an der nicht nur die Langenpreisinger, sondern auch die potenziellen Partner wie etwa Demira mit Sitz im Süden von München, und Vertreter des Auswärtigen Amtes teilgenommen hatten, habe der Verein bereits die ersten Früchte dieser Vorarbeit ernten können. „Wir sind aufgefordert worden, uns zu bewerben.“ Bisher sei es so, dass das Amt die entsprechenden Kooperationen nur mit ausländischen Organisationen eingegangen sei. Diese seien in der Regel größer und schlagkräftiger, so der Vorsitzende. Das könnte sich durch die Bildung des Dachverbandes jetzt ändern.

Jetzt werde eine Satzung für den Dachverband erarbeitet, dann müsse auch ein zugkräftiger Name her. „Wir haben da noch einige Arbeit vor uns.“ Im Kern geht es um die Finanzierung von Auslandseinsätzen. Das Auswärtige Amt hat hierfür einen Etat. An diese Gelder muss der Verein kommen, will er in den Krisengebieten erfolgreich tätig werden.

Was der Verein jetzt schon tut, findet Gefallen unter anderem bei den Verantwortlichen im Bundesaußenministerium. Er kann aber auch mit einem eigenen Projekt, das hier in Deutschland angeboten werden kann, punkten. Hinter dem Projekt „Train the Trainer“ steht das Konzept, Flüchtlinge, die freiwillig in ihr Land zurückkehren möchten, in Deutschland auszubilden. „Wir möchten ausgewählte Personen in der Minen- und Kampfmittelräumung schulen. Die ausgebildeten Personen sollen Programme mitgestalten und als Trainer vor allem im Heimatland für weitere Aktionen verantwortlich sein“, sagt Hollack. Um hier erfolgreich zu sein, muss nicht annähernd so viel Geld in die Hand genommen werden. Gleichwohl ist der Verein dankbar für Spenden, über die Kassenwart Hans Kaspera berichtete.

Zum Vereinszweck gehört Öffentlichkeitsarbeit. So sei 2019 bereits an den Weltminentag erinnert worden. Das Interesse sei so groß gewesen, dass man heuer eine große Veranstaltung mache.

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