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Ausgebaggert wird die Dorfstrogen. Verbesserungen soll es auch im Uferbereich geben.

Bürgermeister Straßer macht Rück- und Ausblick

Langenpreising packt seine Straßen an

Was hat die Gemeinde Langenpreising alles geschafft im vergangenen Jahr, was steht demnächst an? Weil die Bürgerversammlung ausgefallen ist, gibt uns Bürgermeister Josef Straßer einen Rechenschaftsbericht, den er dort gehalten hätte.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – An den Anfang seiner langen Liste stellt er das Baugebiet Thenner-See-Straße, den Abschluss der Erschließungsarbeiten dort und die Änderung des Bebauungsplans nach der erfolgreichen Online-Abstimmung zu der Frage, ob dort Geschosswohnungsbau zugelassen werden soll. In Zustorf ist der Bebauungsplan Obere Römerstraße aufgestellt worden, und auch das komplizierte Verfahren für die Planung rund um den St.-Stefansplatz ist unter anderem angelaufen.

Mit dem Abschluss des Verfahrens am Raiffeisengelände hat die Gemeinde ein besonders langwieriges Problem endlich lösen können. Dort entstehen Wohnungen direkt am Baischweiher. Das zentrale Problem war der Lärmschutz, denn Badebetrieb und Wohnnutzung müssen sich vertragen.

Neues Feuerwehrhaus in Zustorf

Begonnen wurde mit der Planung eines Feuerwehrhauses für Zustorf. Das Gebäude soll den noch bestehenden Pfarrhof ersetzen. Aber auch eine Machbarkeitsstudie für Hinterholzhausen ist zusammen mit dem Planungsverband angeleiert worden. Seit Jahren tut sich die Gemeinde schwer, eine bauliche Entwicklung zu regeln. Jetzt ist ein neuer Anlauf unternommen worden. Seine Arbeit bereits aufgenommen hat der Arbeitskreis Energie, die nahwärmeversorgung wird fortgeführt.

Im kommenden Jahr hat sich die Gemeinde einiges vorgenommen, darunter endlich die Sanierung der Stege im Dorfgebiet. Das ist eine Sache, die die Gemeinde schon seit Jahren vor sich her schiebt. Jetzt könnte es sogar eine Förderung aus dem Topf der Dorferneuerung geben.

Radwege werden ausgebaut

Zudem steht die Reparatur von Gemeindestraßen an. Dahingehend hat es wie berichtet Bürgerproteste gegeben. Auch der Ausbau der Radwege steht Straßers Rechenschaftsbericht zufolge an. Hier ist Vizebürgermeister Leo Melerowitz vor allem dran, das Ganze läuft über besondere Fördertöpfe.

2021 will die Gemeinde die Dorfstrogen räumen und auch Verbesserungen im Uferbereich vornehmen. Das geschieht mit dem Wasserwirtschaftsamt und ist eine Sache, an der sich Straßers Vorgänger Peter Deimel die Zähne ausgebissen hat. Das steht auch im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz, für den weitere Maßnahmen anlaufen sollen: der Söllgraben, der entwässert werden soll, und eine Staßenabsenkung in Steingrub, wo die Straße aktuell noch eine Dammwirkung hat, die nicht sein soll. Hochwasserschutz war auch ein Problem bei einem der ganz großen Projekte: Neubau der Brücke über den Strogenkanal. Dieser ist nun abgeschlossen.

Pro-Kopf-Verschuldung steigt

Finanziell stehen alle Planungen unter dem Vorbehalt der Krise. Wie berichtet, rechnet die Gemeinde wegen des Neubaugebiets Thenner-See-Straße mit deutlich mehr Grunderwerbsteuer, sie wird aber einen gesetzmäßigen Haushalt nicht zustande bringen. Die geplante Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt ist mit gerade mal 67 000 Euro klar niedriger als die ordentlichen Tilgungen. Laut Nachtragshaushalt steigt die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von 1961 auf 2011 Euro.

Es wird ein schwieriges Jahr. Die Anteile an der Einkommensteuer – die Haupteinnahmequelle der Gemeinde – sind nur 30 000 Euro höher als im Vorjahr angesetzt, wohl auch mit Blick auf die aktuelle Lage. 2,08 Millionen Euro werden für 2020 geschätzt. Allerdings steigen die Schlüsselzuweisungen des Freistaats um 90 000 auf gut 690 000 Euro. Die Kreisumlage erreicht mit knapp 1,5 Millionen Euro einen neuen Höchststand. Vergleich: Vor zehn Jahren war der Kreis noch mit gut 860 000 Euro zufrieden. Im Gemeinderat immer wieder ein Thema ist die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft, die 2020 mit knapp 610 000 Euro um fast 100 000 Euro über dem Wert des Vorjahres liegen soll. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind 2020 mit 750 000 Euro angesetzt – eine Zahl, auf die bei der Jahresrechnung möglicherweise genau geschaut wird.

Geburtenzahl geht nach unten

Die Gemeinde Langenpreising hat aktuell 2884 Einwohner. Das ist eine der vielen Zahlen, die Bürgermeister Josef Straßer in der Bürgerversammlung vorgetragen hätte. Der Kernort Langenpreising hat demnach 2143 Einwohner. Die Zahlen zeigen, dass man in den vergangenen Jahren konstant geblieben ist. Was klar nach unten weist, ist die Geburtenzahl: Gegenüber dem Rekordjahr 2016 mit 33 hat sich die Zahl der ganz kleinen Langenpreisinger mit gerade mal 14 (bis jetzt) mehr als halbiert. Das hat unmittelbar Auswirkungen auf alle Kindergartenplanungen, die die Gemeinde wie berichtet hat anlaufen lassen: Es ist praktisch eine ganze Kindergartengruppe weniger. Derweil ist die Grundschule gut voll. Gebildet worden sind sieben Klassen mit insgesamt 111 Kindern. Im Schuljahr davor waren es auch sieben Klassen, aber mit 121 Kindern. 28 kleine Langenpreisinger besuchen die beiden Krippen in der Gemeinde, 95 gehen in die Kindergärten. Der Hort verzeichnet aktuell 38 Mädchen und Buben. 

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