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Die Tage sind gezählt: Das Raiffeisen-Gebäude einschließlich Bankfiliale weicht einem Neubau mit 22 Wohnungen und einer neuen Bank.

Lärmschutzprobleme mit Fenstern, die man nicht öffnen kann, beseitigt

Neues Raiffeisen-Gebäude in Langenpreising: Alle Register sind gezogen

Fenster, die man nicht öffnen kann: Unter anderem mit dieser Maßnahme kann die Raiffeisenbank nun ihr neues Wohngebäude  nahe des Baischweihers in Langenpreising errichten. Die Lärmschutzproblematik ist so umschifft.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – Planer Franz Pezold, Gemeinderat, Bauverwaltung, Fachjuristen, Landratsamt und die Raiffeisenbank als Investor haben gemeinsam den Gordischen Knoten durchschlagen: Eine Lösung für das Lärmschutzproblem bei dem geplanten Neubau auf dem Gelände der Raiffeisen-Bank in Langenpreising ist gefunden. Der dafür entwickelte Bebauungsplan kann damit ins formelle Verfahren gehen, was der Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen hat. Derweil hat die Wasserwacht ein Problem: Sie muss auf Unterkunftssuche gehen.

Das Lärmgutachten am Baischweiher hatte an einem heißen Sommertag mit mehr als 300 Badegästen einen Spitzenwert von 57 Dezibel an den Südfenstern im zweiten Obergeschoss, also zwei Dezibel zu viel, ermittelt. Planer Pezold zog in der Folge alle Register. Erstens, so trug er im Gemeinderat vor, sei Lärm von Kindern von den deutschen Gerichten inzwischen durchgängig nicht als Lärm angesehen. „Jetzt rechnen sie mal den Anteil von Kindern raus. Das kann man durchaus.“ Sodann gebe das Recht die Möglichkeit her, für sogenannte schützenswerte Wohnbereiche wie Schlaf- oder Wohnzimmer Fenster vorzuschreiben, die sich nicht öffnen lassen.

Überdies gebe es die Option, dass die Existenz des Badegewässers allen Beteiligten vorher bekannt gewesen sei. Würde die Gemeinde umgekehrt das Badegewässer erst in der Nähe von Wohnbebauung anlegen, wäre das etwas anderes, so Pezolds Erklärung.

Die speziellen Fenster seien zwar eine gewisse Einschränkung bei der Wohnqualität, aber sie seien ein gangbarer Weg, meinte der Planer, ohne im Gemeinderat Widerspruch zu ernten. Das sei alles bereits mit dem Landratsamt als Baurechtsbehörde vorbesprochen worden. So zeigte sich Pezold zuversichtlich, dass Gemeinde und Investor, der endlich bauen möchte, im formellen Verfahren keinen Schiffbruch erleiden.

Wasserwacht gerät in Raumnot

22 Wohnungen möchte die Raiffeisenbank schaffen, zudem eine moderne Bankfiliale, an der die Gemeinde lebhaftes Interesse hat, nachdem sich ein anderes Kreditinstitut bereits zurückgezogen hat und, wie berichtet, in Berglern eine Filiale der Raiffeisenbank geschlossen wird.

Neben Lärm gab es in der Beratung kein weiteres Problem. Die Gestaltung mit einem stark gegliederten Baukörper hatte schon früher das Gremium passiert und wurde auch jetzt nicht mehr in Frage gestellt. Einzig die Verkehrsführung beim Fußweg vor dem Gebäude bereitete Straßenexpertin Natalie Kienmüller-Stadler (FW) Kopfzerbrechen. Sie wollte vermeiden, dass das Privatgelände als Gehweg genutzt wird, weil drei große Bäume als „zu erhalten“ im Plan eingetragen seien und der öffentliche Gehweg darum nicht weiter geführt werden könne. Damit konnte sie sich aber nicht durchsetzen.

Die jetzt offiziell ins Verfahren gehende Planung schafft andernorts aber noch Probleme: Die Wasserwacht hat Geräte in dem Gebäude, das jetzt zur Disposition steht. Weil gleichzeitig immer lauter darüber nachgedacht wird, die alte Schmiede, wo der Rest des Wasserwachtgeräts steht, zu entfernen, wird das Problem für die Wasserretter richtig groß. Technischer Leiter Reinhard Riekers aber gab sich zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird. „Jetzt wissen wir wenigstens, woran wir sind“, meinte er zur Heimatzeitung.

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