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Bürgermeister Josef Straßer teilte mit, dass sogar mit dem Feuerwehrauto Befahrungen stattgefunden haben.

Südlich St.-Stefansplatz

Schwierige Nachverdichtung in Zustorf

Für den Bereich „Südlich St.-Stefansplatz“ im Langenpreisinger Ortsteil Zustorf wird ein Bebauungsplan aufgestellt. Der Gemeinderat fasste in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig den Beschluss, der den Einstieg ins Verfahren markiert. Das Planwerk könnte zu einem Lehrbeispiel dafür werden, wie schwierig es sein kann, wenn in einer historisch gewachsenen Bebauung das Ziel verfolgt wird, durch Nachverdichtung flächensparend neuen Wohnraum zu ermöglichen.

VON KLAUS KUHN

Zustorf – Es wird in diesem Fall sogar richtig kompliziert, wenn hier in der zweiten Reihe weitere Wohnbebauung realisiert werden soll. Und die beiden Grundstücksbesitzer, die Bauwünsche angemeldet und damit das Verfahren angestoßen haben, werden sich noch in Geduld üben müssen. Es ist nämlich möglich, dass das Planungsgebiet drastisch erweitert werden muss, weil es unter Umständen gar nicht als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden kann.

Die Idee von Bernhard Lanzinger (Grüne), ein Mischgebiet daraus zu machen, musste Planer Franz Pezold erst mal vom Tisch fegen: Ein Mischgebiet setze wirklich auch eine gemischte Nutzung mit festgelegten Gewerbeanteilen voraus, was hier nicht vorliege. Der eine Gewerbebetrieb, der jetzt im Planungsumgriff liege, sei auch in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig.

Auf der anderen Seite der Straße ist die Gaststätte Lintsche mit ihrem Biergarten, die Bestandsschutz hat und auch nicht gefährdet werden soll. Pezold, der schon in die erste Vorplanung viel Zeit und Hirnschmalz investiert hatte und sogar verschiedene Varianten einer Erschließung vorstellen konnte, stimmte den Rat darauf ein, dass wohl umfangreiche Gutachten erforderlich werden.

Überdies ist in unmittelbarer Nachbarschaft ein landwirtschaftlicher Betrieb, und sowohl der Bayerische Bauernverband als auch das Amt für Landwirtschaft werden sich hier zu Wort melden. Das Planungsziel, eine Nachverdichtung im Innenbereich zu ermöglichen, kann aber weiter verfolgt werden: Im rückwärtigen Bereich wären Häuser mit bis zu sechs Wohnungen theoretisch drin. Allerdings hatte Pezold bereits die angespannte Parkplatz-Situation im ganzen Bereich rund um den St.-Stefansplatz ins Blickfeld genommen und schlug vor, die Zahl der nachzuweisenden Stellplätze pro Wohneinheit höher anzusetzen. Das war unumstritten.

Wie viel Arbeit sich die Verwaltung mit dem Planwerk gemacht hatte, wurde beim Bericht von Bürgermeister Josef Straßer (FWG) deutlich: Sogar mit dem Feuerwehrauto seien Befahrungen durchgeführt worden, um konkret nachzuweisen, dass die Floriansjünger im Ernstfall auch wirklich anfahren können.

Die Frage aus dem Gemeinderat, wie viel Zeit die Bauherren wohl einplanen müssen, konnte bei aller Komplexität niemand seriös beantworten. Der Zeitbedarf könnte der Gemeinde aber helfen: Pezold wusste von einer Gesetzesinitiative mit dem Titel „Bauland-Mobilisierungsgesetz“ zu berichten, die einen neuen Gebietstyp kreieren könnte, nämlich das „dörfliche Wohngebiet“. Pezold: „Das wäre genau das, was hier passen würde.“ Wohl selten war in Langenpreising die Aufstellung eines Bebauungsplans spannender.

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