Frei für Photovoltaik: die Dächer der Gebäude der Kläranlage Langenpreising.
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Frei für Photovoltaik: die Dächer der Gebäude der Kläranlage Langenpreising.

Arbeitskreis will kommunale Gebäude mit Photovoltaikanlagen bestücken

Langenpreising setzt auf Sonnenenergie

Noch nicht offiziell gegründet, aber schon erfolgreich: Der Arbeitskreis Energie in Langenpreising hat das erste konkrete Projekt für eine Verbesserung der Energieversorgung der Gemeinde angestoßen: Die drei Gebäude der Kläranlage sind bereits vermessen und können mit PV-Modulen bestückt werden.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – „Es können 80 Prozent des Strombedarfs der Kläranlage mit Photovoltaik abgedeckt werden“, heißt es. Die Mittel für die Investition müssten in den kommunalen Haushalt eingestellt werden. Beide Bürgermeister, Initiator Gerhard Scholz von den Solarfreunden Moosburg und die Mitglieder des Arbeitskreises sind sich sicher, dass sich das lohnen werde, denn der Energiebedarf der Anlage sei schon wegen der mächtigen Pumpen, die hier installiert sind, erheblich. Langfristig könne sich das positiv auf die Abwassergebühren und damit auf den Geldbeutel der Bürger durchschlagen.

Scholz dachte schon weiter: Ein Stromspeicher lohne sich hier nicht, einfach weil der Strom direkt vor Ort verbraucht werde. Die Prozesse könnten auch dahingehend optimiert werden, dass dann Aggregate in Betrieb gehen, wenn die Sonne gerade viel Strom liefert. Anders ist es auf dem großen Dach des Bauhofs: „Da kann viel Solarstrom produziert werden, der Bauhof selbst braucht aber wenig Strom.“ Scholz wusste, dass kaum noch eine Solaranlage ohne Speicher gebaut werde. Beim Bauhof könne Strom für das kommunale Energieversorgungsunternehmen (EVU) produziert und eingespeist werden. „Wir haben gute Elektriker vor Ort, wir haben ein eigenes Netz“, erinnerte Scholz. Die Bedingungen seien in Langenpreising gut.

Tatsächlich haben die Arbeitskreis-Mitglieder bereits alle Dächer öffentlicher Gebäude erfasst, darunter auch die 600 Quadratmeter auf der Turnhalle. Insgesamt sind es 1300 Quadratmeter. Vizebürgermeister Leo Melerowitz (CSU) warb dafür, Schritt für Schritt vorzugehen. Die Kläranlage ist nach Überzeugung aller der erste. Natalie Kienmüller-Stadler (FWG) fand das auch deshalb gut, weil die Gemeinde hier mit gutem Beispiel vorangehe. Sie erinnerte an die Außenwirkung solcher Investitionen.

Der Arbeitskreis gerät aber an anderer Stelle schon unter Zeitdruck: Auch in Langenpreising stehen Photovoltaik-Anlagen, die seit 20 Jahren am Netz sind und ab 2021 aus der Förderung fallen. Nach aktuellem Stand müssten sie durch neue ersetzt werden, die dann wieder gefördert würden (wir berichteten).

Diese Regelung stieß im Gemeinderat auf Unverständnis. Melerowitz hatte als ein Ziel formuliert, den Bürgern dabei zu helfen, Geld zu sparen. Das gelte für die Betreiber dieser Alt-Anlagen ebenfalls. Man müsse sehen, ob das EVU nicht mit diesen Betreibern ins Geschäft kommen könne. Dafür aber müsse erst die gesetzliche Grundlage geschaffen werden.

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