180 Kilogramm Müll hat die Initiative Unfairmüllt in und an der Strogen in Langenpreising gesammelt. Darunter waren heuer auch sehr viele Mund-Nase-Masken.
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Schlauchboot-Abenteuer für einen guten Zweck (v. l.): Ella und Joscha befreiten mit Papa Christian Gadenne die Strogen von Unrat.

Viele Mund-Nase-Masken

Initiative Unfairmüllt räumt auf: 180 Kilogramm Müll in und an der Strogen

180 Kilogramm Müll hat die Initiative Unfairmüllt in und an der Strogen in Langenpreising gesammelt. Darunter waren heuer auch sehr viele Mund-Nase-Masken.

Langenpreising – Dem Aufruf der Non-Profit-Organisation River Cleanup zu einer Aufräumaktion entlang von Flüssen und deren Ufern folgten mehr als 300 Initiativen aus der ganzen Welt, darunter auch die Langenpreisinger Initiative Unfairmüllt. Trotz Dauerregens befreiten 17 Ehrenamtliche die Strogen in Langenpreising und Wartenberg von Unrat, unter dem Leitspruch: „Denn schon hier beginnt das Meer!“ Das geht aus einer Pressemitteilung der Initiative hervor.

Und der Leitspruch ist berechtigt. Denn sogar an den unberührtesten Orten der Welt, etwa dem Challengertief im Pazifik in rund 11 000 Meter Tiefe wurde bereits Müll gefunden. Die Initiative erklärt, dass acht Tonnen Unrat jedes Jahr in den Meeren und Ozeanen landen. 80 Prozent davon gelangten über Flüsse dorthin.

Die Vermüllung der Meere und Ozeane beginnt vor unserer Haustüre

Eine in die Strogen geschmissene Zigarettenkippe braucht über zehn Jahre, ehe sie verrottet. Wenn sie den langen Weg über Sempt, Mittlerer Isar-Kanal, Isar und Donau bis ins Schwarze Meer durchsteht, dauert der Zerfall im Salzwasser sogar wesentlich länger. „Das scheinbar weit entfernte Problem der Vermüllung der Meere und Ozeane beginnt also unmittelbar vor unserer Haustüre“, erklärt Lisa Gadenne-Wurzbacher, Mitgründerin der Initiative.

Um nicht gegen die Corona-Regeln des Freistaats zu verstoßen, machten sich die Helfer einzeln oder im Familienverbund an die Arbeit. Zigarettenstummel waren aber bei weitem nicht das einzige Problem, das die Umweltschützer in und an der Strogen fanden. Die Ausbeute der mehrstündigen Aktion sei auf nur wenigen Kilometern beträchtlich gewesen. Etwa 180 Kilogramm Müll wurden aus der Strogen gefischt oder vom Ufer aufgehoben.

Eine Vielzahl von Mund-Nase-Masken

„Diverse Kunststoffplanen verschiedener Größen, Hundekotbeutel, Bierflaschen, Dosen, Verpackungsmüll, Feuchttücher, Damenhygieneartikel und Möbelteile gehörten zu den häufigsten Fundstücken“, erklärt Gadenne-Wurzbacher. Auffällig seien vor allem zwei Baustellenleuchten, ein Schnellkomposter und eine Yucca-Palme im Plastiktopf gewesen.

Aber auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Umwelt waren bei der Aktion spürbar: „Neu unter den Funden sind Mund-Nase-Masken, die vielfach – offenbar nach einmaligem Gebrauch – in der Natur landeten“, so Gadenne-Wurbacher weiter. „Der Grüne Punkt gab erst kürzlich bekannt, dass im März ein Plus von rund zehn Prozent an Verpackungsabfällen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet wurde“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Ursächlich sei vor allem der Plastikmüll aus Privathaushalten, der während der Pandemie zugenommen habe.

Seit 2018 für ein plastikfreieres Leben

Die teils skurillen Fundstücke übergaben die Umweltschützer später an den Bauhof der Gemeinde Langenpreising, mit der eine gute Zusammenarbeit besteht. Der Bauhof hat sich um die Entsorgung kümmert.

Die Initiative Unfairmüllt engagiert sich seit 2018 für ein plastikfreieres Leben. Die Organisation River Cleanup nahm ihre Arbeit 2017 mit einer zehnminütigen Säuberungsaktion auf und mobilisierte zwei Jahre später bereits rund 50 000 Ehrenamtliche.

Mayls Majurani

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