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Die Langenpreisinger Alphornbläser (v. l.): Rosmarie Voglrieder, Regina Bader, Angela Sellmaier, Peter Huber, Hartmut Unger und Xaver Bauer.

Könner am Schweizer Nationalinstrument

Langenpreisinger Alphornbläser feiern Zehnjähriges

Die Langenpreisinger Alphornbläser haben sich mittlerweile einen Namen gemacht. Es stehen Auftritte u. a. in Berlin bevor.

Langenpreising – Es gilt als Nationalsymbol der Schweiz: das Alphorn. Auch in Langenpreising hat das riesige Blasinstrument Anhänger. Seit zehn Jahren gibt es hier die Alphornbläser. Zum runden Geburtstag werden die Instrumentalisten ihre Hörner am Sonntag, 11. August, um 11 Uhr bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin erklingen lassen.

Das Alphorn hat sich in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert. Seit 200 Jahren passt es seine Verwendung aber neuen Bedürfnissen an. Das ursprüngliche Lock- und Bettelinstrument der Alphirten wurde im 19. Jahrhundert in der Schweiz zu einer Touristenattraktion. Einst wurde es als Lock- und Signalinstrument und auch zur Beruhigung der Kühe verwendet.

Trockenes und feinjähriges Holz

Auch der Langenpreisinger Schreinermeister Peter Huber beschäftigte sich viele Jahre mit dem Naturtoninstrument. Er hat sich direkt beim Schweizer „Alphornpapst“ Hans-Jürg Sommer kundig gemacht. Auf seinen Erkundungsreisen sammelte Huber nicht nur wertvolle Informationen, sondern lernte „auch eine Menge netter Leute kennen“, wie er erzählt.

Huber machte sich an die Planung und fertigte einen maßstabsgetreuen 1:1-Aufriss. Doch schon bei der Materialbeschaffung musste der Schreinermeister feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, einen Lieferanten zu finden. „Um einen guten Klang erzeugen zu können, muss das Holz trocken und feinjährig sein“, sagt Huber.

Problemloses Zerlegen für den Transport möglich

Im Herbst 2008 begann er mit der Fertigung von fünf Alphörnern, für die er rund einen Kubikmeter Holz verarbeitet hat. Die 3,60 bis 3,70 Meter langen Alphörner bestehen aus drei Teilen: einem Trichter, einem Trichter- und Mittelrohr sowie einem End- oder Mundrohr. Die eingebauten Edelstahlhülsen ermöglichen das problemlose Zerlegen für den Transport. Zum Schutz des Holzes wird das Instrument noch mit Peddigrohr umwickelt.

Ein Instrumentenbauer nahe Neumarkt St. Veit hat die Alphörner noch gestimmt. Alle fünf Alphörner erhielten eine F-Stimmung, „weil diese am gebräuchlichsten ist und man damit auch die meisten Stücke spielen kann“, erklärt Huber. Die „Geburt des Tons“ ermöglicht das Mundstück. Das Handrohr ist für die Herstellung des Tons zuständig, das Mittelrohr dient dessen Transport, und der Trichter ist das Element für die Tonbildung.

Die Langenpreisinger Alphornbläser haben sich in einen Namen gemacht

Die Tonqualität hängt von der gleichmäßigen Dicke des Schallbechers ab. „Das letzte Urteil fällt aber immer das Ohr des Alphornbläsers“, sagt Huber. Er bläst übrigens die erste Stimme. Am 11. April 2009 übergab er vier selbst gebaute Alphörner an Hartmut Unger, Regina Bader und Rosmarie Voglrieder. 2010 hat sich Angela Sellmaier der Gruppe angeschlossen, 2011 kam Xaver Bauer dazu.

Die Langenpreisinger Alphornbläser haben sich in den vergangenen Jahren durch ihre Auftritte einen Namen gemacht. Sie blasen bei Geburtstagen, Firmenveranstaltungen, Maiandachten, Christkindlmarkt-Eröffnungen, Hoagarten oder kirchlichen Anlässen. Eine Kostprobe ihres Könnens geben sie auch im Gottesdienst am kommenden Sonntag.

Auftritt in Berlin

Weitere Auftritte sind am Sonntag, 20. Oktober, um 18 Uhr in der Altenerdinger Kirche und am Sonntag, 24. November, beim Langenpreisinger Wintermarkt. Auf der Grünen Woche in Berlin wird das Sextett von 16. bis 19. Januar 2020 vertreten sein.

Das Alphorn erfreut sich steigender Beliebtheit und hat sich mittlerweile einen Platz in Konzertsälen und Kirchen erobert. Rock, Pop und Jazz machen aus dem schlichten Holzhorn gar ein Trend- und Kultinstrument.

sys

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