+
Mehr wert als Geld ist für Edelobstbrenner Sebastian Huber aus Langenpreising die DLG-Auszeichnung. Sein Kirschbrand wurde als Top-Favorit bewertet.

Langenpreisinger Edelobstbrennerei Huber ausgezeichnet

Der beste Kirschschnaps Deutschlands

  • Markus Schwarzkugler
    VonMarkus Schwarzkugler
    schließen

Wer an den Weihnachtsfeiertagen ein gutes Schnapserl schenken will, dem sei die Langenpreisinger Edelobstbrennerei Huber ans Herz gelegt. Dass man bei dieser an der richtigen Adresse ist, belegt eine Auszeichnung, die das kleine Unternehmen von Sebastian Huber nun erhalten hat. Bei einem bundesweiten Test der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) belegte es Platz eins in der Kategorie Obstbrand aus Kirschen. 98,75 von 100 möglichen Punkten erhielt Huber bei der Spirituosen-Prüfung.

VON SYLVIA STADLER UND MARKUS SCHWARZKUGLER

Langenpreising – Zusätzlich gab es die Auszeichnung in Gold (ab 95 Zählern), unterzeichnet vom DLG-Präsidenten Hubertus Paetow. Und eine Extra-Urkunde für den Kirschbrand, den die DLG als „Top-Favoriten“ bezeichnet.

Eine „Schnapsidee“ im wahrsten Sinne des Wortes hat im Jahr 2011 zur Gründung der Kleinbrennerei geführt, erzählt Huber. Früher führte er einen Milchviehbetrieb, jetzt noch Ackerbau. Und er hat jede Menge Obstbäume, vor allem Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume. „Eigentlich wollten wir nur unser Obst sinnvoll verwerten“, erinnert sich Huber. Weil er es aber zu schade fand, das Obst wegzuwerfen, habe er im Jahr 2010 ein Brennrecht beantragt und nach dessen Erhalt 2011 eine professionelle Kleinbrennanlage angeschafft.

Dann begann einer der wichtigsten Schritte, nämlich der Erfahrungsaustausch mit anderen Brennern. Der 65-Jährige und seine beiden Söhne Andreas und Sebastian haben zudem eine Schulung an der Universität Hohenheim bei Stuttgart absolviert. 2016 erfolgte der Umzug in die neu gebaute Halle.

Ausschlaggebend für eine gute Qualität sei zum einen gutes Obst, eine gute Brennanlage und saubere Arbeit, betont Huber. Seine Obstbrände, sagt er, haben allesamt 40 Prozent Alkoholgehalt. Charakteristisch für sie ist das fruchtige Aroma – und der milde Abgang. „Brennen tut keiner“, versichert Huber. Qualität wird im Hause Huber großgeschrieben. „Man muss nur arbeiten wie die Hausfrau in einer sauberen Küche“, findet der 65-Jährige.

Das Streben nach Qualität hat sich gelohnt. Schon im Jahr 2016 hat Huber den Bayerischen Staatspreis für Edelbrenner erhalten, womit nur die zehn besten Brenner Bayerns ausgezeichnet werden. Es zu schaffen, all die Aromen des Obstes letztlich in die Flasche zu konzentrieren und somit über lange Zeit zu erhalten, habe die Begeisterung nur gesteigert und sei für ihn nun vom Hobby zur Passion geworden.

Bei der Produktion hilft die ganze Familie mit, auch Tochter Kathrin und Hubers Ehefrau Magdalena. Das Obst wird nicht einfach in die Maische gekippt, sondern jede Frucht handverlesen. Sogar jeder Stiel wird von Hand entfernt. Brennobstsorten, die nicht in unserer Region verfügbar sind, erhält Huber von befreundeten Brennern, Winzern und Obstbesitzern. Auf die DLG-Auszeichnung, für die er vier Brände eingereicht hat, ist er deshalb besonders stolz. Das sei für ihn persönlich mehr wert als Geld.

Von der Edelobstbrennerei Huber sind mehr als 20 verschiedene Brände und Liköre erhältlich, die außer in einigen Gastwirtschaften und im Langenpreisinger Dorfladen nur auf seinem Hof vermarktet werden. Huber hat alle möglichen Obstbrände vom Traubenbrand bis zum Weinbrand im Angebot, bei den Likören Sorten wie Himbeer oder Bratapfel.

Da es keine geregelten Öffnungszeiten gibt, kann man sich vorab unter Tel. (0 87 62) 16 27 anmelden. Wie heuer bereits wird Sebastian Huber seine Destillate im Januar auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare