Holzskulptur „Begleitung“ in Langenpreising von Genoveva Winkler
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Die Holzskulptur „Begleitung“ von Genoveva Winkler. Die Künstlerin meinte schon beim Schnitzen, dass Eiche das falsche Holz dafür sei.

„Das hätte für eine Schwammerlsuppe gereicht“

Langenpreisinger Holzskulptur von Pilz befallen – Behandlung läuft

Die Holzskulptur „Begleitung“, die an der Langenpreisinger Schule stand muss gegen Pilzbefall behandelt werden.

Langenpreising – Die Skulpturen, die 2012 beim Holzbildhauersymposium in Wartenberg geschaffen wurden, kommen langsam in die Jahre. Das Kunstwerk „Begleitung“, das Genoveva Winkler aus Forstinning einst aus Eschenholz schuf und das vor der Langenpreisinger Schule stand, ist deshalb nun in Folie eingepackt. Sie muss gegen Pilzbefall behandelt werden.

Der Kampf gegen Pilz: Unter der Folie soll das Holz trocknen, später ist die Behandlung mit verschiedenen chemischen Mitteln dran. Im Idealfall sieht sie danach wieder so aus wie auf dem Foto oben.

Wolfgang Fritz aus Oberding, der das Kulturevent seinerzeit organisiert hatte, appelliert im Gespräch mit der Heimatzeitung an die Kommunen: „Es wäre schön, wenn sich jemand darum kümmern könnte. Das ist lebendes Material.“

„Das hat mit Christo nichts zu tun“, scherzt Bürgermeister Josef Straßer (FWG). Die Folie, die der Bauhof angebracht hat, diene dazu, das Holz etwas trocknen zu lassen. Der Bürgermeister lobt vor allem den Langenpreisinger Künstler Richard Furch, der den Pilzbefall festgestellt habe: „Das macht er ehrenamtlich. Der kümmert sich auch um die Stele, die vor der Turnhalle steht. Die muss auch saniert werden.“

Furch hatte die Kunstausstellung zum Gemeindejubiläum in Langenpreising mitorganisiert. Der Kommune entstünden außer Material und ein paar Bauhofstunden keine Kosten für diese Sanierung, betont Straßer. Furch erklärt dazu: „Das Mittel bewirkt, dass das Holz gewissermaßen verkieselt. Dann findet der Pilz keine Nahrung mehr und stirbt ab. So zumindest die Theorie.“

Drei Anstriche sind notwendig. Sie sollen aufgebracht werden, wenn es warm genug dafür ist. Später werde ein Öl aufgebracht, das das weitere Eindringen von Wasser verhindert.

Die Skulptur, die schon wegen ihres Titels „Begleitung“ bewusst vor der Schule aufgestellt worden ist, hat die Sanierung dringend nötig: „Das hätte für eine Schwammerlsuppe gereicht“, sagt Straßer augenzwinkernd zum Ausmaß des Pilzbefalls. Es müssten wohl Teile der Plastik ersetzt werden: „Sie ist im Sockelbereich ziemlich verfault gewesen.“

Einen Monat lang wird Furch mit der Skulptur beschäftigt sein und muss sich was für den Sockel überlegen. Die chemischen Mittel, die er für die Behandlung einsetzt, sind nicht annähernd so giftig wie etwa das, was gegen Holzwurmbefall eingesetzt werden muss, betont Straßer.

Auch Künstlerin Winkler, die die Skulptur geschaffen hat, freut sich, dass ihr Werk nun liebevoll restauriert wird. Sie berichtet, dass Furch nicht einfach losgelegt hat: Er habe zuerst den Kontakt zu den Hauptbeteiligten an dem Kunstwerk gesucht, was Winkler sehr freue. Dass ihre Werke vergänglich sind, damit habe sie sich schon angefreundet. Das liege nun mal in der Natur der Sache: „Ich bin überhaupt überrascht, dass die Figur schon so lange hält.“

Klaus Kuhn

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