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Langenpreisinger Solaroffensive

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Option auch für Langenpreising: „vorbelastete Flächen“ entlang der Autobahn, wie hier der Solarpark Spörerau im Nachbar-Landkreis Freising. Bürgermeister Josef Straßer denkt auch über Richtlinien für Freiflächenanlagen nach.
Option auch für Langenpreising: „vorbelastete Flächen“ entlang der Autobahn, wie hier der Solarpark Spörerau im Nachbar-Landkreis Freising. Bürgermeister Josef Straßer denkt auch über Richtlinien für Freiflächenanlagen nach. © Klaus Kuhn

Die stark steigenden Strompreise erhöhen den Druck: Der sogenannte Zubau an Photovoltaikanlagen in Langenpreising hat schwer an Fahrt aufgenommen. Das berichtet Bürgermeister Josef Straßer im Gespräch mit der Heimatzeitung: „Da sind zuletzt 15 Anlagen dazugekommen.“

Langenpreising - Zurückgestellt hat die Gemeinde allerdings fürs Erste eine mögliche Zusammenarbeit mit einer neuen Firma in Forstinning, die sich mit Nachfragebündelung bei Komponenten für solche Anlagen befasst. „Power2Nature“ hat sich in der Gemeinde vorgestellt, aber erst mal will man nach den Worten des Bürgermeisters die eigenen Möglichkeiten prüfen.

Straßer bestätigt noch einmal, dass es durchaus noch Hürden gibt für die Nutzung der freien Dachflächen im Gemeindebesitz wie auf Turnhalle oder Bauhofgebäude, und zwar für das eigene kommunale Energieversorungsunternehmen EVU. Das könnte aber angesichts der steigenden Strompreise doch noch richtig spannend werden, sagt Straßer und macht klar, dass er das Thema beileibe noch nicht ad acta gelegt habe. Wichtig sei, dass auch dann noch eingespeist werden könne, wenn die Sonne nicht scheine.

Die eigene Stromerzeugung muss also „grundlastfähig“ werden, und das geht bei Photovoltaikanlagen nur mit Stromspeichern. Straßer machte klar, dass darüber jetzt intensiver nachgedacht werde. Das brauche aber einfach noch Zeit. Zugleich aber will Straßer nach der Corona-Zwangspause wieder mehr in die Öffentlichkeitsarbeit gehen und strebt alle Vierteljahre eine Veranstaltung an. „Wir haben uns etwas versteckt“, gibt er zu.

In der vergangenen Sitzung des Arbeitskreises Energie hat Gerhard Scholz von den Moosburger Solarfreunden den großen Informationsbedarf herausgestellt und berichtet, dass viele noch nicht den Unterschied zwischen Photovoltaik und thermischer Solarenergienutzung kennen würden. Straßer greift das auf und verspricht weitere Informationsveranstaltungen.

Es seien noch viele Dächer, die eigentlich geeignet wären, nicht bestückt. Dabei steige auch in Langenpreising der Druck auf die freien Flächen, beispielsweise entlang der Autobahn.

Die Gemeinde Langenbach im Kreis Freising hat kürzlich Richtlinien für den Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen erlassen. Angesprochen darauf sagt Straßer, dass es wohl ohne Richtlinien in Zukunft gar nicht gehen werde: „Wir können nicht einfach alles zuknallen.“ Er legt sich fest: Die Nutzung vorhandener Dachflächen hat Priorität. Straßer verweist auf Modelle aus Österreich, die eine Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Stromerzeugung ermöglichen, ohne dass die Lebensmittelproduktion wesentlich eingeschränkt ist: „Da fährt der Mähdrescher dazwischen durch.“ Diese Anlagen stehen nämlich senkrecht.

In Donaueschingen etwa ist das auf 14 Hektar gelungen. 4,1 Megawatt hat das Solarkraftwerk, das so aufgestellt ist, dass dazwischen Grasernte möglich ist. Die Kritik des Bayerischen Bauernverbandes, dass immer mehr Flächen der Lebensmittelerzeugung entzogen werden, kann so entkräftet werden, weil beides zusammen möglich ist.

Straßer denkt aber auch, genau wie die Langenbacher, an die „vorbelasteten Flächen“ entlang der Autobahn, die vielleicht stärker ins Visier genommen werden sollten.

KLAUS KUHN

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