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Für mehr Sicherheit auf der Baustelle wollen sich Georg Eichinger, Franz Grundner, Georg Lippacher und Andreas Stöger (v.l.) einsetzen. 

Warnung der Zimmererinnung

Lebensgefahr: Viele Baustellen ohne Gerüst

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Manche Bauherren arbeiten zu fahrlässig, sagen die Mitglieder der Erdinger Zimmererinnung. Sie stellen keinGerüst an der Baustelle auf – wohl aus Kostengründen. Das Problem dabei: Niemand will den anderen verpfeifen.

Langenpreising – Diesen Tag wird Zimmerer Georg Lippacher (52) aus Ottenhofen nie vergessen: Als sein Arbeitskollege beim Aufstellen des Dachstuhls aus 2,5-Meter-Höhe auf den Brustkorb gefallen ist: „Sieben Tage danach war er tot“, sagte der Obermeister bei der Innungsversammlung der Zimmerer in Langenpreising. Schockstarre im Saal des Oberwirts.

Als der Unfall passierte, war Lippacher noch Lehrling – doch das fahrlässige Handeln mancher Bauherren hat sich nicht geändert. Sie stellen gar kein Baugerüst auf oder nur an einigen Stellen. „Wahrscheinlich, um sich Kosten zu sparen“, schätzt Lippacher. Doch damit riskieren sie das Leben ihrer Mitarbeiter. Dagegen will er kämpfen. Doch auf der Versammlung der Zimmer zeigte sich: Es gibt ein Problem.

Lippacher entdeckt sie im Landkreis Erding immer wieder: Die Baustellen, die nicht ordentlich gesichert sind. Doch dann steht er vor der Bredouille. Den Bauherren vor Ort ansprechen? Oder den Missstand gleich an die Berufsgenossenschaft melden? „Man will ja auch keinen hinhängen“, kommt ein Zuruf aus dem Publikum auf der Versammlung: „Am Ende hat der auch noch drei Schwarzarbeiter.“

Lippacher hat für sich eine Lösung für das Dilemma gefunden. Er ruft nicht gleich bei der Berufsgenossenschaft an, sondern erst bei der Baufirma. Und weist darauf hin, dass die Verantwortlichen ein Baugerüst aufstellen müssen. Wenn das nicht passiert, schaltet er die Berufsgenossenschaft (BG) ein. Denn wenn an der schlecht abgesicherten Baustelle ein Unfall passiert, muss die BG für die Folgekosten aufkommen: „Es ist euer Geld“, sagte Lippacher. Denn die Zimmerer zahlen Beiträge für die Genossenschaft.

Außerdem spielen die Bauherren mit Menschenleben. Deshalb appellierte er an seine Kollegen nicht wegzuschauen, wenn die Dachneigung 45 Grad beträgt, es fünf Meter in die Tiefe geht und kein Gerüst steht.

Außerdem sprach der Obermeister ein weiteres Problem an: „Wir müssen schauen, dass wir mehr Lehrbuben herbringen.“ Derzeit machen 46 Jugendliche, davon nur eine weibliche Auszubildende, an der Berufsschule Erding eine Ausbildung zum Zimmerer. Das seien nicht genug, denn im Landkreis herrsche Fachkräftemangel.

Aufträge für Zimmerer gebe es einige – aber es werde immer schwieriger, Aufträge zu bekommen. Die Konkurrenz werde immer größer. Einige würden mit „Dumpingpreisen“ werben, sagte Lippacher. Das müsse ein Ende haben: „Oder wollen wir den Holzbau vernichten?“ Bauen werde immer teurer. Bis zu 1800 Euro würden die Häuslebauer für einen Quadratmeter Grundstück in Erding auf den Tisch legen. Deshalb werde dann bei den Handwerkern um jeden Euro gefeilscht. Viele der Handwerker ließen sich darauf ein.

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