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Kleine Dosen, große Wirkung: Darauf hofft Lisa Gadenne-Wurzbacher von der Initiative Unfairmüllt. Gemeinsam mit Stephanie, Sebastian Moll und Christian Gadenne hat sie die Dosen am Marktplatz aufgehängt. 

Tolle Idee der Initiative Unfairmüllt

Marktplatz-Wartenberg: Kaffeedosen als Kippen-Schlucker

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Tolle Idee der Initiative Unfairmüllt in Wartenberg: Freiwillige haben alte Kaffeedosen zu Behältern für Zigarettenkippen umfunktioniert und am Marktplatz aufgehängt.

Wartenberg– Sie hat dem Müll vor der eigenen Haustür den Kampf angesagt und engagiert sich für eine saubere Umwelt: die im März 2019 gegründete Langenpreisinger Initiative Unfairmüllt. Engagierte Bürger setzen sich dafür in ihrer Freizeit ein. Vor kurzem haben sie die Strogen und deren Ufer gesäubert.Jetzt haben sie in Wartenberg bunte Kaffeedosen angebracht – als Kippen-Schlucker.

Rund um den Marktplatz hängten freiwillige Helfer 20 upgecycelte Kaffeedosen an Laternen- und Schildermasten, Geländern und Bäumen auf, die fortan als Aschenbecher fungieren. Die farblich individuell gestalteten Behältnisse sollen Zigarettenkippen sammeln, „die sonst – vielfach achtlos weggeworfen – Plätze und Wege unschön verschmutzen und aufgrund der enthaltenen Giftstoffe zusätzlich schädlich auf Umwelt und Gesundheit wirken“, betont Initiatorin Lisa Gadenne-Wurzbacher. Die Marktgemeinde hatte die Aktion vorab genehmigt.

Im vergangenen Oktober hatte Unfairmüllt erstmals zu einer Kippen-Sammlung am Marktplatz aufgerufen. Acht Ehrenamtliche sammelten damals binnen einer Stunde 3000 Kippen. Im Rahmen der Ramadama-Aktion im April kamen an gleicher Stelle in kurzer Zeit erneut etwa 1000 Zigarettenstummel zusammen. Jetzt, gut zwei Monate später, waren es genauso viele.

Zwar seien zu wenige oder fehlende Aschenbecher keine Ausrede für das Wegschnippen der Kippen, durch das deutlich sichtbare und bequem erreichbare Angebot an neuen Entsorgungsmöglichkeiten hoffen die Initiatoren dennoch auf eine Besserung der Situation.

Zigarettenabfälle stehen zunehmend stärker in der öffentlichen Diskussion. Die Forderungen reichen von deren Behandlung als Sondermüll über die Pflicht zur Mitführung eines tragbaren Aschenbechers bis hin zur Einführung eines Kippenpfandsystems.

„Die Beweggründe fußen auf wissenschaftlichen Untersuchungen zu den negativen Umwelteinflüssen des Zigarettenmülls“, erklärt Gadenne-Wurzbacher. So enthalte eine Zigarettenkippe bis zu 4000 schädliche Stoffe wie Nikotin, Arsen und Blei. „Jede einzelne Kippe kann aufgrund dieses Giftgemischs nach Schätzungen 40 bis 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen.“

Und als wäre das noch nicht genug, seien Zigarettenfilter Plastikmüll. „Sie bestehen aus dem schwer abbaubaren Kunststoff Celluloseacetat. Im Süßwasser dauert es 15 Jahre, bis Zigarettenfilter zu Mikroplastik zerfallen, im Salzwasser gar bis zu 400 Jahre“, so Gadenne-Wurzbacher.

Damit Zigarettenmüll gar nicht erst in die Umwelt gelangt, funktioniert die Initiative Unfairmüllt ausrangierte Munitionsblechdosen von Schützenvereinen zu sogenannten Taschern um, die dann gratis an Raucher verteilt werden.

Internet: www.unfairmüllt.org

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