Hanspeter Hollack  ist Vorsitzender von One Step Further. 

Verein One Step Further

Nach den Minen sind die Menschen an der Reihe

Der Verein One Step Further will in Krisengebieten helfen. Dafür wären Förderprogramme des Bundes interessant. Erste Kontakte sind bereit geknüpft.

Langenpreising – One Step Further wurde 2014 in Langenpreising gegründet und will „einen Schritt weiter“ gehen“, wie es im Vereinsnamen heißt: also Menschen in ehemaligen Kriegsgebieten beim Aufbau eines Lebens helfen, nachdem dort Minen geräumt worden sind. Der Verein hat seine Mitgliederzahl im vergangenen Jahr auf jetzt 15 fast verdoppelt. Nach den Worten des Vorsitzenden Hanspeter Hollack ist das aber noch viel zu wenig, machte er in der Hauptversammlung am Freitag im Hotel Reiter in Wartenberg deutlich. Darum solle mit einer anderen Organisation, der St. Barbara-Stiftung, enger zusammengearbeitet werden.

Der Vorstand sei im September auf Einladung des Auswärtigen Amtes in Bonn gewesen, berichtete der Vereinschef, der Projektleiter beim Kampfmittelräumdienst EMC in Langenpreising ist. In Bonn seien etliche Organisationen zusammengekommen, die sich auch mit der Beseitigung von militärischen Altlasten in ehemaligen Kriegsgebieten befassen und zum Beispiel Äcker wieder nutzbar machen wollen, sagte er.

500 Millionen Euro würden pro Jahr in solche Vorhaben fließen. Die Summe geht aber nach dem Bericht Hollacks ausschließlich an ausländische Organisationen, die teilweise mehre hundert Mitarbeiter haben und ganz anders aufgestellt sind. Das soll sich ändern, auch nach dem Willen des Auswärtigen Amtes, wie Hollack hoffnungsvoll berichtete.

Ihm sei deutlich gemacht worden, dass man im Außenministerium gern deutsche Organisationen bedenken würde, berichtete Hollack. Darum sei man ja auch eingeladen gewesen. „Denn das Auswärtige Amt hat sehr großes Interesse gezeigt.“

Die St.-Barbara-Stiftung sei früher deutlich aktiver gewesen, habe aber noch ausgezeichnete Kontakte, während „One step further“ mit seiner Nähe zum EMC über technisches Knowhow verfüge.

Konkrete Projekte könne man noch nicht benennen. Das hat nach dem Bericht des Vorsitzenden unter anderem damit zu tun, dass die Bundesregierung aktuell nur geschäftsführend tätig ist. „Die geben derzeit keine Mittel frei“, so Hollack.

Der Verein war aber deswegen nicht untätig: Bei einer Fachmesse in Ingolstadt wurden Kontakte zu einem Hersteller von Minenräumgeräten geknüpft. Dieser habe Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Verein gezeigt, so Hollack. Das Gerät läuft auf handelsüblichen Kettenfahrgestellen, ist funkferngesteuert und hat vorne ein Werkzeug, das ähnlich aufgebaut ist wie das Bundeswehr-Minenräumsystem „Keiler“: Eine rasch drehende Walze pflügt den Boden um, wie es eben Keiler tun, bringt Minen zur Detonation, und hinterlässt eine Spur, in die im Prinzip sofort der Landwirt mit seinem Gerät könnte.

Konkrete Gespräche laufen mit der Ukraine, Malaysia und Peru, wie Hollack weiter berichtete. Der Verein hat sich außerdem komplett neu aufgestellt, um eine saubere Trennung zwischen ihm und den Profis vom Kampfmittelräumdienst herzustellen.

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