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Das Wandgemälde aus den 1960er Jahren soll als dreidimensionale Holzinstallation wieder auferstehen.

neue grundschule

Wiederauferstehung eines Wandgemäldes

Das Kunstwerk an der Fassade der früheren Langenpreisinger Grundschule soll im Neubau wiederzufinden sein. Allerdings in neuer Form. Die Holzinstallation im Treppenhaus ist ein Entwurf von Berufsschülern und wird von ihnen auch umgesetzt.

Langenpreising – Kunst am Bau der neuen Grundschule Langenpreising wird ein Werk von Schülern für Schüler. Das steht nach der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend fest. Platz dafür ist im Treppenhaus, wo eine Wand fast über zwei Stockwerke hoch aufragt und Raum gibt für das 20 Quadratmeter große Kunstwerk, das das ganze Treppenhaus beherrschen wird. Das Gremium entschied sich einstimmig für einen Entwurf, den angehende Holzbildhauer an der Berufsschule von Vize-Bürgermeister Josef Straßer (FW) eingereicht haben. Es handelt sich um eine Rekonstruktion des Wandgemäldes am früheren Schulhaus – allerdings mit vollkommen anderen Mitteln.

Auch die anderen beiden Entwürfe in der engeren Auswahl stammen von der Münchner Berufsschule für Bau- und Kunsthandwerk, an der Straßer Berufslehrer für Bautechnik ist. Architekt Martin Riehl stellte die Konzepte vor. Die Aufgabenstellung hatte es in sich: An der Fassade der 1961 gebauten alten Schule war ein Kunstwerk angebracht, das mit dem Abriss zerstört worden war. Es soll in neuer Form, mit neuen Materialien und in zeitgenössischem Stil gewissermaßen wieder auferstehen. „Wir wollten nicht, dass das eine Eins-zu-Eins-Kopie wird“, meinte Riehl.

Der Sieger-Entwurf ging das Problem geradezu radikal an. Die Berufsschüler aus der Holzbildhauerklasse nahmen die auf dem früheren Wandgemälde abgebildeten Tiere, die die Jahreszeiten symbolisierten, und ordneten sie plastisch an. Die Figuren werden gleichermaßen um 90 Grad aus der Ebene herausgedreht. Die Holzdarstellungen stecken in einer Trägerplatte, damit sie von der Wand weg stehen. Die Holzbildhauer gruppieren die Elemente neu und schaffen ein neues, spannendes Erlebnis: Auf dem Weg die Treppe hinunter erscheinen die Figuren farbig. Aufwärts bleiben die Holztiere in dem Holzhaus naturfarben.

Die eingereichten Vorschläge hätten kaum unterschiedlicher sein können. Eine Arbeitsgruppe hatte das Thema beispielsweise abstrakt aufgefasst, ließ nur einige stilisierte Elemente in den Entwurf einfließen und nahm ansonsten die Gebäudeform auf. „Grundschüler wollen noch Formen erkennen“, meinte Gemeinderätin Karin Dürr (CSU) und wandte sich damit gegen allzu abstrakte Entwürfe.

Das zweite Kunstwerk kam schon besser weg: Die Tiere, die auf dem Original-Kunstwerk zu sehen waren, wurden integriert, und zwar auf eine Weise, die Riehl „spannend“ fand. Es gebe viel zu entdecken. Das ursprünglich auf die Außenwand aufgebrachte Bild in die dritte Dimension zu bringen, also plastisch werden zu lassen, war das, was den angehenden Holzbildhauern wohl die meisten Schwierigkeiten machte.

Doch das Auswahlgremium, das in einem mehrstufigen Prozess den Favoriten gekürt hatte, und auch der Gemeinderat entschieden sich für die dreidimensionale Anordnung der Tiere im Treppenhaus. Dieses Konzept wird nun weiter verfolgt, und zwar von der ganzen Berufsschulklasse, wie Straßer in der Sitzung bemerkte. „Das wird eine echte Gemeinschaftsarbeit.“ Zur Einweihung des neuen Schulgebäudes im Herbst soll es fertig montiert sein.

Klaus Kuhn

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