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Museumsreif: Diese Spritze der Marke „Holder“ gehört dem Gartenbauverein und sucht ein neues Zuhause.

Obst- und Gartenbauverein Langenpreising

Neue Heimat für alte Spritze

Langenpreising – Zum Wegwerfen zu schade: Der Obst- und Gartenbauverein Langenpreising sucht für seine alte Spritze eine neue Heimat.

Ein Langenpreisinger Museumsstück sucht einen Platz in einem Sammlung oder bei einem Liebhaber alter landwirtschaftlicher Geräte: Der Obst- und Gartenbauverein hat eine alte Spritze aus dem Jahr 1968, aber keinen Platz mehr dafür. Das gute Stück ist zum Wegwerfen jedoch zu schade. Georg Gutt vom Bauernhausmuseum Erding musste abwinken: „Das ist für uns zu neu.“ Aber immerhin konnte er auf einen privaten Verein verweisen, der vielleicht Interesse haben könnte.

Die Spritze wurde von der Firma Max Holder in Metzingen in Baden-Württemberg gebaut. Es handelt sich um eine „Zapfwellen-Anhängespritze“ der „Z“-Baureihe, die es in verschiedenen Ausfertigungen gab. Ein Unternehmenssprecher konnte der Heimatzeitung sogar neben dem Baujahr noch die Bedienungsanleitung von damals übermitteln. Herrlich ist das Deutsch der damaligen Zeit: „Der einsichtsvolle Kunde wird in seinem eigenen Interesse auf die Erfüllung von Sonderwünschen verzichten.“

Das Fahrgestell konnte in der Bodenfreiheit zwischen 35 und 50 Zentimetern, die Pumpenleistung nach den angeschlossenen Spritzen variiert werden. Die Bedienungsanleitungen damals waren so universell, dass man sie auf alle Modelle der Reihe anwenden konnte. Geliefert wurde das Gerät mit Fässern von 400 Litern Inhalt aus imprägniertem Holz oder Stahlblech mit einer großen Einfüllöffnung. Die Spritzen fanden im Feld- wie im Obstbau, aber auch bei Hopfenkulturen Anwendung. Das Stück des Vereins hat ein Holzfass.

Ehrenvorsitzender Josef Kriegmair wusste noch, dass der Verein die Spritze in früheren Jahren sehr viel verwendet hatte, unter anderem für Obstbäume. Sie hat eine Pumpe mit drei Kolben und ist betriebsbereit aufgebaut. Ausgerüstet ist sie für die Zwecke des Vereins mit einer Handspritzpistole an einem langen Schlauch. Nur entspricht sie nach Erkenntnissen des Vereins überhaupt nicht mehr den heutigen Anforderungen an die Sicherheit, taugt also tatsächlich nur noch als Museumsstück.

Das 2,2 Meter lange Gerät wiegt mehr als 300 Kilo. Der Verein hat es jahrelang in der Scheune bei Josef Kriegmair stehen gehabt. Er hat es jetzt nach draußen geräumt, um vielleicht das Interesse bei Passanten zu wecken. Fürs Museum ist das Gerät deshalb problematisch, weil es dafür doch noch zu neu ist. Gutt beispielsweise erinnert daran, dass das Bauernhausmuseum sich auf das 18. und 19. Jahrhundert konzentriere. Bürgermeister Peter Deimel aber meinte auf Nachfrage, er werde das Gespräch mit dem Ehrenvorsitzenden führen. Bei Oldtimertreffen werden zunehmend auch landwirtschaftliche Geräte gezeigt, die dort auf reges Interesse stießen.

Von Klaus Kuhn

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