Geplantes Boardinghouse

Neuer Anlauf am Kreisel

Langenpreising – Ein Beherbergungsbetrieb und Wohnbebauung – dieser Antrag liegt für das umstrittene Grundstück am Wartenberger Kreisverkehr vor.

Aus dem Edeka wurde nichts. Auch eine Flüchtlingsunterkunft konnte Alois Angermaier nicht auf seinem Grundstück am Kreisel am Ortseingang von Wartenberg bauen. Jetzt versucht es der Langenpreisinger Landwirt mit einem Beherbergungsbetrieb plus Wohnbebauung. Ein entsprechender Antrag liegt vor. Langenpreisings Bürgermeister Peter Deimel bestätigt das auf Nachfrage. „Da ist was dran.“

Deimel geht das Thema diplomatisch an und bittet um Verständnis dafür, dass er keine weiteren Auskünfte erteilen werde, bevor die Gespräche auf Bürgermeisterebene geführt worden seien. Immerhin hatten sich die Nachbargemeinden wegen der Fläche und der darauf geplanten Projekte bereits vor Gericht getroffen. In der Hitze des kommunalpolitischen Gefechts wurde sogar debattiert, ob Langenpreising nicht die Verwaltungsgemeinschaft aufkündigen solle. Der Langenpreisinger Bürgermeister deutet Verständnis für die Angermaiers Bemühungen an: „Er will halt aus seinem Grundstück was machen, er hat da viel Geld investiert.“

Nach Informationen unserer Zeitung sollen auf dem Grundstück an der Gemeindegrenze ein Beherbergungsbetrieb und Wohnbebauung realisiert werden. Wartenbergs Bürgermeister Manfred Ranft bestätigt das auf Nachfrage ebenfalls: „Die Gerüchte habe ich auch gehört, habe aber noch nichts Offizielles.“ Nach seiner Schilderung ist außerdem eine soziale Einrichtung angedacht, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Haus Wartenberg. Dessen Leiter Winfried Gehensel ist jedoch im Urlaub und konnte darum dazu nicht Stellung nehmen.

Was den Beherbergungsbetrieb angeht, ist offenbar an ein „Boardinghouse“ gedacht. Hinter diesem englischen Begriff versteckt sich eine Art Apartment-Hotel, also mit abgeschlossene Einheiten, allerdings mit „hotelähnlichem Service“. Das geht vom Zimmer ohne Frühstück bis hin dazu, dass warme Mahlzeiten angeboten werden. Klassischer Kundenkreis sind Unternehmen, die für Mitarbeiter ein „Zuhause auf Zeit“ bereit stellen müssen, die Preise für klassische Hotels aber nicht bezahlen wollen.

Das Vorhaben steht noch ganz am Anfang, denn es gibt dort keinerlei Bebauungsplan. Das Areal sei nur im Flächennutzungsplan erfasst, stellte Deimel klar. Zu beachten ist auch das sogenannte Anbindungsgebot – die Regel, dass neue Bebauung nicht ohne „Anbindung“ an den Ortskern möglich ist. Das war für das Verwaltungsgericht bereits ein wichtiges Argument gegen die Ansiedlung eines Supermarkts an dieser Stelle. An dieser Sachlage hat sich nichts geändert, was den neuen Antrag nicht erleichtert. Das wusste auch Deimel, der nur meinte: „Schauen wir mal, was draus wird.“

von Klaus Kuhn

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