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Neuer Klangcharakter und frischer Segen: Pfarrer Gregor Bartkowski weihte die renovierte Orgel. 

Renovierte Kirchenorgel 

St. Martin zieht alle Register

Mit einer großen Andacht vor rund 50 Gläubigen, vielen Informationen und Musik von dem erhabenen Instrument hat die katholische Pfarrei St. Martin am Sonntag die von Grund auf renovierte Orgel wieder eingeweiht. 37 000 Euro sind dafür investiert worden.

Langenpreising – Nach dem Bericht von Pfarrer Gregor Bartkowski hat die Orgel einst rund 100 000 Mark gekostet. „Die Gemeinde wollte ein Jahrhundert-Werk schaffen und nicht eine Übergangslösung machen“, sagte er. Das sei 1972 gewesen, als die alte Orgel verkauft und durch eine neue ersetzt wurde. Dafür habe die Pfarrei sogar ein Darlehen bei der Diözese aufnehmen müssen.

„Normalerweise macht man keine neue Orgelweihe nach einer Renovierung“, sagte der Geistliche zu Beginn der Andacht. „Aber wir haben ja auch neue Register bekommen.“ In der Tat: Die Schalmei wurde durch die Oboe ersetzt, die Posaune durch das Fagott, was den Klangcharakter des ganzen Instruments mit seinen 930 Pfeifen in Richtung Holzblasinstrumente verändert.

Verantwortlich für diese Entscheidung ist, wie Orgelbauer Roland Eder gegenüber der Presse erläuterte, unter anderem Wolfgang Kiechle. Der Orgelsachverständige der Diözese habe die Gemeinde hier intensiv beraten. „Die beiden ausgebauten Register haben nie so richtig dazu gepasst, waren auch arg obertonlastig“, so der Orgelbauer.

Das ganze Instrument sei abgebaut und in alle Einzelteile zerlegt worden, berichtete er über den Umfang der Arbeiten, die er einen „großen Ausputz“ nannte. Der aber hatte es wirklich in sich. Auf Nachfrage nannte der Orgelbauer die Schätzung von 50 000 Einzelteilen, aus denen das hochwertige Instrument besteht. Bei der letzten großen Kirchenrenovierung vor etlichen Jahren wurde die Orgel erstmals „gefasst“, wie der Fachmann sagt, also bemalt. „Die Orgel wurde dem Kirchenraum angepasst“, beschrieb Bartkowski diese damalige Aufwertung.

Das alles aber ist nutzlos, wenn man das Instrument nicht hört: Kirchenmusiker und Organist Karl-Heinz Vater arbeitet mit dem Orgelbauer zusammen und ließ das Instrument zur Freude der Gläubigen bei der Weihe ausführlich erklingen.

Gekommen waren auch Vertreter des Kirchen-Fördervereins, der einiges beigetragen hat, um den Spendentopf für dieses Projekt mit über 26 000 Euro zu füllen, damit die Pfarrei das Vorhaben angehen konnte. Zuschüsse vom Ordinariat gab es nicht. Kirchenpflegerin Margot Myrt äußerte sich am Rand der Feier zuversichtlich, dass auch die fehlenden Gelder noch gesammelt werden könnten. „Die Menschen in Langenpreising schätzen es, wenn wir auf unsere Sachen aufpassen.“ klaus kuhn

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