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Jede Sekunde zählt, wenn es um das Leben schwer Kranker oder Verletzter geht. Umso wichtiger ist, dass die Rettungsdienste möglichst schnell beim Patienten sind. Das ist derzeit nicht immer der Fall.

Rettungsdienst wird ausgebaut – Rund-um-die-Uhr-Wache in Langenpreising

52 Stunden mehr Sicherheit

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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 Die Versorgung Kranker und Verletzter dürfte sich im Grenzgebiet der Landkreise Erding und Freising bald deutlich verbessern. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) will die Verfügbarkeit von Rettungswagen um 52 Stunden erhöhen.

Langenpreising/Moosburg - Damit muss die Karte der Rettungswachen neu gezeichnet werden. Hintergrund sind zu lange Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes im nordöstlichen Landkreis Freising.

In der Verbandsversammlung berichtete dessen scheidender zweiter Geschäftsführer Florian Pleiner, dass die Auswertung der Einsätze der Rettungswache Moosburg gezeigt habe, dass die Einsatzkräfte nur in 78,1 Prozent der Fälle binnen der gesetzlich vorgeschriebenen Zwölf-Minuten-Frist vor Ort seien. Davon betroffen seien vor allem Gammelsdorf und Hörgertshausen. Das Minimum liegt aber bei 80 Prozent.

Um das zu erreichen, schlagen Experten vor, die Wache Moosburg, die vom BRK betrieben wird, ans andere Ende der Stadt – in den Norden – zu verlegen, möglichst in der Nähe der Staatsstraße 2085 und der Kreisstraße FS 15. Dabei müsse gewährleistet sein, dass es in Nandlstadt keine Verschlechterung der Versorgung gibt.

Der neue Zuschnitt wiederum wirkt sich bis in den Landkreis Erding aus – vor allem nach Wartenberg könnten die Wege zu lang werden. Deshalb schlägt der ZRF vor, den Standort Langenpreising, an dem die Johanniter Unfallhilfe Montag bis Freitag von 7 bis 24 Uhr, samstags 24 Stunden und sonntags von 7 Uhr bis Mitternacht einen Rettungswagen betreibt, zu einer vollwertigen Wache heraufzustufen – mit einer 24-Stunden-Einsatzbereitshaft. Davon würde zudem das Holzland, vor allem die Gemeinde Kirchberg, profitieren.

Um auch die Versorgung von Nandlstadt zu verbessern, soll der Stellplatz künftig montags bis freitags von 6 bis 24 Uhr sowie ab Samstag, 8 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, einsatzbereit sein. Betreiber ist hier ebenfalls das BRK.

ZRF-Vorsitzender und Landrat Martin Bayerstorfer erklärte, insgesamt würde die Rochade 52 zusätzliche Rettungswagen-Stunden mit sich bringen – eine „enorme Verbesserung“.

Noch muss laut Bayerstorfer darüber mit den Kassen als Kostenträger verhandelt werden. Und es sei zu prüfen, ob aufgrund Verlegung und Stundenerhöhung die Standorte neu ausgeschrieben werden müssen.

Nandlstadts Bürgermeister Gerhard Betz erklärte, natürlich freue ihn die Stundenerhöhung bei sich um 17 Stunden. Weniger gefiel ihm und Martin Reiter die Verlegung der Moosburger Wache, da die vor wenigen Jahren erst saniert und aufwendig erweitert worden sei. Auch Freisings Landrat Helmut Petz sprach von einem enormen Aufwand. Allerdings sei die bessere Abdeckung buchstäblich lebensrettend. Er und Bayerstorfer betonten, dass die Neustrukturierung der letzte Schritt sei. Die zusätzlichen Wochenstunden machten den Anfang. Die Versammlung beschloss, beim Institut für Notfallmedizin der Uni München die Detailanalyse in Auftrag zu geben.

Schneller mit Hilfe rechnen können die Bewohner von Kirchberg noch aus einem zweiten Grund: Die örtliche Feuerwehr hat eine First-Responder-Gruppe beantragt. Die Sanitäter in der Feuerwehr können oft schneller vor Ort sein als der Rettungsdienst. Der ZRF genehmigte die Gründung. Seit August stehen die First Responder bereit. ham

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