Statistik für Langenpreising

Vorletzter bei den Steuereinnahmen

„Die Alarmglocken schrillen“, sagt Bürgermeister Peter Deimel. Um bei schlechten Steuereinnahmen gegenzusteuern, will er Gewerbegebiete ausweisen

Langenpreising – Bei den Steuereinnahmen pro Einwohner lag die Gemeinde Langenpreising im Jahr 2015 an vorletzter Stelle im Landkreis. Das zeigen Zahlen des Landesamtes für Statistik, die der Bayerische Gemeindetag öffentlich gemacht hat. „Wo ist Langenpreising? An zweitletzter Stelle!“, rief Bürgermeister Peter Deimel in der Gemeinderatssitzung am Dienstag aus. Nach der Statistik hatte Langenpreising gerade einmal 775 Euro pro Einwohner an Steuern eingenommen, lediglich drei Euro mehr als Schlusslicht Hohenpolding.

Mehr noch: Gleicher Trend vorausgesetzt droht der Gemeinde der weitere Abstieg auf den letzten Tabellenplatz: Im Vergleich zum Vorjahr weist die Aufstellung ein Minus von 18 Euro aus, während Hohenpolding um 29 Euro zugelegt hatte.

Zum Vergleich: In Oberding fließen volle 4363 Euro pro Einwohner in die Kasse, gefolgt von Erding mit 1488 Euro, und dann kommt Finsing mit 1128 Euro. Damit werden die Unterschiede im Kreisgebiet sichtbar. Deimel kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Wenn da nicht alle Alarmglocken laut schrillen, dann stimmt was nicht.“

Andreas Steiner (SPD) kritisierte die Statistik allerdings scharf: „Das ist Schwarzmalerei, die man so nicht veröffentlichen sollte.“ Der Gemeinde Langenpreising gehe es ja nicht schlecht, wollte er klargestellt haben. Deimel blieb dabei: „Aber wir müssen was tun!“ Steiner warnte davor, jetzt mit Gewalt Baugebiete auszuweisen oder dergleichen. Das war aber nicht das Thema von Deimel: „Arbeitsplätze vor Ort schaffen! Was ist da verkehrt dran?“

Im Gespräch mit der Heimatzeitung wurde Deimel nach der Sitzung deutlicher. „Wir werden in den nächsten Jahren einige Millionen Euro Schulden haben“, prophezeite er mit Blick auf den laufenden Schulhausneubau. „Da werden die Spielräume eng.“ Um gegenzusteuern, will er die Ansiedlung von Gewerbe voranbringen. „Wir haben keinen Quadratmeter Gewerbefläche mehr, aber wir haben Anfragen“, sagte er.

Leidenschaftlich warb er um Zustimmung zu diesem Kurs und machte im selben Atemzug deutlich, dass er vor allem arbeitsplatzintensive Betriebe ansiedeln möchte. Logistiker mit ihren menschenleeren riesigen Hallen bräuchten gar nicht erst fragen, deutete er an. Betriebe wie Crustanova dagegen seien genau das, was er in Langenpreising sehen wolle. Der Bürgermeister will in den kommenden Wochen intensive Gespräche zum Zweck der Ausweisung von Gewerbegebieten führen.

Klaus Kuhn

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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