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So geht’s: Drei Studenten bringen Pflöcke in der Sempt an. Der Rest schaut gespannt zu und macht sich Notizen.

Lehrbaustelle bei Zustorf

Studenten bringen die Sempt auf Vordermann

Zustorf –Die Arbeit, die 30 Studenten in der Sempt verrichtet haben, bringt ihnen wichtige Erfahrung in der Praxis. Sie unterstützt jedoch auch den Fluss selbst – egal ob bei der Wasserqualität oder Fließgeschwindigkeit. Auch die Fische freut’s.

Sie standen in sogenannten Wathosen im Wasser der Sempt und schufteten: 30 Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf tauschten den Hörsaal gegen die Landschaft vor Ort aus und setzten in die Praxis um, was ihnen Professor Frieder Lutz zusammen mit dem Lehrbeauftragten Georg Hermannsdorfer beigebracht hatte. Es ging darum, an der Sempt bei Zustorf sogenannte Sporne am Ufer anzubringen.

Diese ins Bachbett gerammten und miteinander verbundenen Pflöcke dienen dazu, das Wasser aus der normalen Strömung auszulenken – und zwar gegen das gegenüberliegende Ufer, das dann mit der Zeit abgetragen wird. Auf dieser Seite ist nämlich ein sogenannter Gewässerrandstreifen angekauft worden, in den hinein sich das Flussbett ausbreiten kann. Der Fluss würde dann wieder in natürlichen Schlangenlinien fließen.

Die Fachleute erläuterten bei dem vom Wasserwirtschaftsamt organisierten Termin, dass mit dieser Maßnahme auch eine weitere Verbesserung der Wasserqualität erreicht werden könne. Immerhin habe der Fluss an dieser Stelle bereits eine gute Qualität, aber es gehe immer noch etwas besser. Wegen der fehlenden Strukturen am Grund und der gleichmäßigen Fließgeschwindigkeit hätten Fische es recht schwer. Diese können sich an den Spornen besser verstecken oder laichen, denn in den zwangsläufig entstehenden ruhigeren Bereichen gehe das.

Die Studenten bestimmten die Wassergüte anhand von sogenannten Indikator-Tieren wie zum Besipiel Bachflohkrebsen. Die Freude war groß, als ein kleiner Frosch ihnen in die Quere hüpfte. Vermutet wurde, dass es sich um einen Grasfrosch handle – was schon eine feine Sache sei, denn diese kämen nicht mehr häufig vor. Für das Entfernen von Uferverbauungen musste schon schwereres Gerät her.

Es ist das 20. Mal, dass die „ingenieurbiologische Lehrbaustelle“ organisiert worden ist. Wegen der Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsamts mit seiner Flussmeisterstelle in Freising wird die Lehrbaustelle regelmäßig in den Landkreisen Erding oder Freising eingerichtet.

Auch die Fischervereine sind froh über diese Maßnahmen, denn die Sempt ist eher artenarm. Aber auch die Studenten hatten ihre Freude an dem grünen Lehrsaal: Sie hüpften ins Wasser und demonstrierten die Tauglichkeit der Sempt als Badegewässer. Bei den aktuellen Temperaturen war das natürlich nicht jedermanns Sache, aber jedenfalls gab es fröhliches Gelächter: „Der ist aus Irland, der hält was aus“, wurde gerufen.

Regelmäßig sind im Rahmen von Austauschprogrammen auch ausländische Studenten dabei. Heuer kamen sie neben Irland auch aus Frankreich, Island und der Slowakei. Aber auch die Wissenschaft kam nicht zu kurz: So war eine der Aufgaben, die Ablaufmenge zu berechnen. Der Querschnitt des Bachbetts und die mittlere Fließgeschwindigkeit wurden gemessen.

Dann kam der im Handy integrierte Taschenrechner zum Einsatz. Das Ergebnis war dann doch etwas umstritten, denn die Messung der Fließgeschwindigkeit erwies sich als schwierig.

Klaus Kuhn

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