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Großübung an der neuen Schule in Langenpreising: Die Leitung für die Brandbekämpfung liegt bereits, die ersten Atemschutzgeräteträger machen sich für die Vermisstensuche fertig. 

Übung der Feuerwehren Langenpreising und Zustorf 

Alarm, Alarm – die Schule brennt!

Was die Feuerwehren von Langenpreising und Zustorf am Montag gemeinsam durchgespielt haben, dürfte der Albtraum nicht nur von Bürgermeister Peter Deimel sein: Brand in der neuen Schule! Annahmegemäß hat ein Rauchmelder ausgelöst und im Technikraum eine Rauchentwicklung gemeldet.

Langenpreising – Es war keine Alarmübung, sondern eine aus der Bereitstellung heraus. Das heißt: Die Freiwilligen trafen sich im Gerätehaus, bekamen erklärt, dass jetzt eine größere Übung anstehe, und dann kamen sie auch, teilweise zu Fuß. Kommandant und Einsatzleiter Ludwig Denk erläutert die angenommene Lage: Der erste Erkundungstrupp hat danach tatsächlich eine Rauchentwicklung festgestellt und sofort die Brandbekämpfung veranlasst. Gleichzeitig aber wurden fünf Personen in dem evakuierten Gebäude als vermisst gemeldet. Das bedeutete Arbeit für die Atemschutzgeräteträger, die nun nach den Vermissten suchen mussten.

Das Mehrzweckfahrzeug der Langenpreisinger – die Zustorfer waren inzwischen nachgekommen und stellten eine ganze Reihe von weiteren Atemschutzgeräteträgern – diente als Einsatzzentrale. Es wurden Pläne von der Schule mit Magneten an die Autotür geheftet. Die Funkmeldungen kamen herein, und auf den Plänen wurden alle durchsuchten Räume abgehakt. Die „Vermissten“ hat man durch Puppen simuliert, die mit Verletzungsbildern gekennzeichnet wurden. So kam etwa über Funk die Meldung: „Person nicht mehr ansprechbar.“ Im Ernstfall hätte das Arbeit für den Rettungsdienst bedeutet. Nach nur vier Minuten war so die erste vermisste Person gefunden.

Arbeit hatten auch die anderen Kameraden: Eine Wasserversorgung aus der Strogen musste aufgebaut werden. Wäre nämlich der Brand echt gewesen, wäre das öffentliche Leitungsnetz rasch überfordert. Nach weniger als einer halben Stunde war die letzte Übungspuppe ins Freie getragen und in einen vorbereiteten Wagen gelegt.

Denk machte ein zufriedenes Gesicht, auch wenn ihm die Anspannung anzumerken war. „Wir haben das bewusst langsam angegangen“, sagte er: „Wir haben an dem Gebäude schon einmal geübt, aber nicht mit den Zustorfern zusammen. Es kommt hier auch darauf an, das Gebäude kennen zu lernen.“

Bei der Übungskritik vor allen Kameraden äußerte sich Denk zufrieden mit dem Ablauf, auch wenn es an einigen Stellen Verbesserungsbedarf gebe. So war das Mehrzweckfahrzeug als Einsatzzentrale vielleicht nicht optimal aufgestellt, was Kommunikationswege unnötig verlängert habe. „Aber wegen so was üben wir ja“, kommentierte Denk, der immer auch den realen Brandfall im Hinterkopf behielt: Dann nämlich wäre in Langenpreising deutlich mehr los, weil Wartenberg und Moosburg, sicher auch Berglern anrücken würden, mit vielleicht sogar zwei Drehleitern. Schon deshalb, so Denk vor den Kameraden, sei die Wasserversorgung auch wichtig gewesen.

Und noch etwas musste er immer im Hinterkopf behalten: Im Schulbetrieb, etwa am Vormittag, kämen weniger Einsatzkräfte. Darum müsse man vor allem mit den Atemschutzgeräteträgern „haushalten“. 

Klaus Kuhn

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