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Etwa einen Kilometer entfernt ist die Biogasanlage Heilmaier vom geplanten Wohngebiet. 

Versorgung über benachbarten Biogas-Betrieb

Debatte über Nahwärme-Netz in Langenpreising

Die Gemeinde Langenpreising prüft eine Nahwärmeversorgung des Neubaugebiets Thenner-See-Straße, um eine klimaneutrale und langfristig unter Umständen günstigere Alternative zu fossilen Energieträgern anbieten zu können. Ein erstes Konzept sieht vor, dass die Wärme in erster Linie von einem örtlichen Biogas-Betrieb kommen soll.

Langenpreising – Die Familie Heilmaier betreibt eine solche Anlage. Allerdings könne diese die Spitzenlasten im Winter nicht allein abdecken, erklärte Bürgermeister Peter Deimel (FW). Deshalb müsste ein zusätzlicher Gaskessel in der Nähe des Baugebiets installiert werden.

Bei einer Gegenstimme (Josef Buchner, FW Zustorf) erteilte der Gemeinderat den Auftrag für die Berechnung von Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Der Start in die Debatte war holprig: Andreas Steiner (SPD) kritisierte scharf, dass die komplexe Vorlage erst zu Beginn der Sitzung ausgeteilt wurde. Er müsse sich auf Themen wie diese vorbereiten können. Franz Neumüller (FW) unterstützte diese Kritik. Vize-Bürgermeister Josef Straßer (FW) drückte dennoch aufs Tempo. Jetzt würden die Erschließungsarbeiten laufen. Sobald die Straßen fertig seien, könne man sie nicht einfach wieder aufreißen.

Mit dem Vorstoß folgt das Bürgermeister-Trio einer Einschätzung von Fachtagungen, dass das Energieversorgungsunternehmen (EVU) der Gemeinde mit Strom allein auf die Dauer nicht auskommen wird. Ein Einstieg in den Wärmemarkt sei da eine Option.

Bei der Gelegenheit kam heraus, dass die Gemeinde das Gelände gegenüber dem Neubaugebiet wohl erwerben kann. Helmut Empl (CSU) bezweifelte die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens: Man habe schon bei der Schule von erheblichen Leitungsverlusten erfahren müssen, erinnerte er. Und dann seien die heutigen Häuser derart energiesparend, dass die Abnahmemengen am Ende nicht ausreichen könnten.

Josef Maier (FW Zustorf) mutmaßte, dass es ohne einen Anschlusszwang nicht gehen werde. Mit dem Vorstoß, das EVU der Gemeinde mit neuen Geschäftsfeldern quasi aufzubohren, kommen die drei Bürgermeister den Grünen zuvor: In deren erster Pressekonferenz war von „vertanen Chancen“ die Rede gewesen, weil das EVU sich nur mit dem Weiterverkauf von Strom befasse.  

Klaus Kuhn

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