Nutzung sinnvoll oder nicht? Auch dieser Wasserfall in Langenpreising wird derzeit auf etwaige wirtschaftliche Verwendung für die Stromerzeugung untersucht.
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Nutzung sinnvoll oder nicht? Auch dieser Wasserfall in Langenpreising wird derzeit auf etwaige wirtschaftliche Verwendung für die Stromerzeugung untersucht.

Stellen im Gemeindegebiet werden ausgelotet

Volle Wasserkraft voraus in Langenpreising

In der Gemeinde Langenpreising fließt viel Wasser. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass es Überlegungen gibt, diese Wasserkraft zu nutzen, und das an mehreren Stellen.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – Dass die Gemeinde ein eigenes Energieversorgungsunternehmen hat, ist in diesem Zusammenhang wichtig, denn das lokale Stromnetz haben die Langenpreisinger bereits unter sich. Bürgermeister Josef Straßer (FWG) bestätigt auf Nachfrage der Heimatzeitung, dass sogar eine studentische Arbeit über die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Nutzung des Wasserfalls an der Landshuter Straße läuft. „Das ist aber noch nicht offiziell, weil der Student das erst noch mit seinem Professor durchsprechen muss“, so Straßer zum Sachstand.

Erster Ideengeber war sein Amtsvorgänger Peter Deimel. Der Physiker hatte ausgerechnet, dass im Bereich Deutlmoos ein Wasserkraftwerk Sinn machen könnte. Theoretisch sei dort eine Dauerleistung von 15 Kilowatt möglich, hatte er in einer Ausschusssitzung verraten, aber zugleich deutlich gemacht, dass er in seiner Rest-Amtszeit dieses Fass nicht mehr aufmachen wolle.

Ein Bauwerk wäre mit einer ganzen Reihe von Verfahren verbunden, bis hin dazu, dass eine Fisch-Aufstiegshilfe sein muss. Aber immerhin: Für Deimel stand fest, dass das wirtschaftlich werden könnte, denn die Fallhöhe sei ausreichend, die physikalischen Voraussetzungen für eine sinnvolle Nutzung gegeben. Zwei Kubikmeter pro Sekunde würden hier durchlaufen, das sei ganz anständig.

Straßer spinnt den Faden weiter und kündigt an, dass sich der Arbeitskreis Energie, wenn er wieder zusammenkommen dürfe, mit weiteren Möglichkeiten auf Gemeindegebiet befassen werde. Dazu zählt Straßer auch die Sempt.

Damit ist er nicht allein: Bekanntlich gibt es ähnliche Überlegungen in Berglern, die aber aktuell auf Eis gelegt sind. Straßer will dagegen nun das gemeindeeigene Unternehmen beliefern und den Strom dann auch in der Gemeinde verkaufen, was eine dezentrale Energieversorgung der Gemeinde unabhängig von großen Konzernen und deren Preisspielchen unterstützen kann.

Der zentrale Unterschied zwischen Wasserkraft auf der einen und Wind- oder Sonnenenergie auf der anderen Seite ist, dass die Wasserkraft grundlastfähig ist, wie auch der Strom, der in Biogasanlagen gewonnen werden kann. Die Generatoren laufen Tag und Nacht durch, völlig unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder der Wind bläst. Straßer hat sich auch schon über die neueste Technik schlau gemacht: „Die Fallhöhe ist gar nicht mehr entscheidend mit den neuen Turbinen.“ Wichtig sei die Fließgeschwindigkeit. Aber das seien Details, die es noch zu besprechen gelte.

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