Gemeinderat Langenpreising

„Wasserwirtschaftsamt macht es sich leicht“

Langenpreising - Langenpreising will ein Hochwasserkonzept für den ganzen Ort. Der Umbau der Brücke an der Plattachmühlstraße wird zurückgestellt.

Die Gemeinde Langenpreising zieht Konsequenzen aus den Sorgen einiger Bürger an der Strogen – und stellt sich gegen das Wasserwirtschaftsamt. Die Behörde hatte für eine Brücke an der Plattachmühlstraße eine deutlich größere Durchlassbreite gefordert. Im Zug des geplanten Neubaus plante die Gemeinde zunächst auch dementsprechend. Doch der Anwohnerprotest hat zu einem Umdenken geführt. Der Gemeinderat folgte dem Argument, dass ein solcher Umbau die Überflutungsgefahr am Bachunterlauf vergrößern könnte. Das Gremium beschloss am Dienstag, die Planung zurückzuziehen (eine Gegenstimme).

Stattdessen will die Gemeinde nun umfassende Untersuchungen zur Hochwassersituation in Auftrag geben. Maßnahmen wie das Ausbaggern der Dorfstrogen sollen dabei berücksichtigt werden.

Genau dafür hat Bürgermeister Peter Deimel allerdings noch nicht die Zusage des Wasserwirtschaftsamts. Denn die Strogen ist ein so genanntes Gewässer zweiter Ordnung. Darüber kann die Gemeinde nicht alleine entscheiden. Nach einer Begehung mit der Behörde war Deimel auch einigermaßen angefressen.

Er könne nicht verstehen, warum die Strogen nicht ausgeräumt wird, erklärte er in der Sitzung. Beim Katzbach hätten Fachleute mit einer Stange im Schlick am Grund gestochert. Diese Schicht sei einen Meter tief. „Das Zeug ist da drin, und ich habe gefragt: Warum holt ihr das nicht raus?“, sagte Deimel.

Ihm sei gesagt worden, dass nach einer Ausbaggerung in fünf Jahren die selbe Situation wieder eintreten werde. „Das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Nach einer Zeit habe ich aufgegeben“, sagte Deimel. Natalie Kienmüller-Stadler (FW) verlangte ein Gesamtkonzept, bevor man an einzelnen Stellen tätig wird. Nun soll ein Ingenieurbüro beauftragt werden, die Ablaufwerte im Gemeindegebiet zu untersuchen.

Die Gemeinde habe selbst einige Maßnahmen zu veranlassen, sagte 3. Bürgermeister Leo Melerowitz (CSU). An der Schachtmühle beispielsweise müsse der Abfluss verbessert werden. Andreas Steiner (SPD) schloss sich der Kritik des Bürgermeisters an. „Das Wasserwirtschaftsamt macht es sich leicht“, sagte er.

Klaus Kuhn

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