Am Silphien-Feld der Familie Heilmaier kann man auf einer Art Hochsitz, auf dem hier Franz Heilmaier jun. steht, die Natur genießen und dem Konzert der Insekten lauschen. Die alternative Energiepflanze wird auch Sonnenpflanze genannt. Allerlei Infos dazu stehen auf den angebrachten Infotafeln.
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Am Silphien-Feld der Familie Heilmaier kann man auf einer Art Hochsitz, auf dem hier Franz Heilmaier jun. steht, die Natur genießen und dem Konzert der Insekten lauschen. Die alternative Energiepflanze wird auch Sonnenpflanze genannt. Allerlei Infos dazu stehen auf den angebrachten Infotafeln.

Biogasbetreiber Franz Heilmaier aus Langenpreising setzt auf die gelbe Energiepflanze

Willkommen im Silphien-Blütenmeer

Von einem Meer gelber Blüten wird man begrüßt, wenn man von Zustorf kommend nach Langenpreising fährt. Angebaut wird hier die Donau-Silphie als Energiepflanze für Biogasanlagen.

Langenpreising – Wenn man von Zustorf kommend in den Ort fährt, wird man auf beiden Seiten von einer leuchtend gelben Augenweide begrüßt. „Herzlich willkommen im Silphien-Blütenmeer“, heißt es da am Ortseingang von Langenpreising. Bei den Blühflächen, die auf den Felder von Biogasbetreiber Franz Heilmaier stehen, handelt es sich um die Donau-Silphie, die hauptsächlich als Energiepflanze für Biogasanlagen angebaut wird.

Recherchiert man im Internet, so erfährt man, dass vier große landwirtschaftliche Familienbetriebe aus der Nähe des Bodensees 2010 auf die Idee kamen, ihre Betriebe mit Energie aus einer eigenen Biogasanlage zu versorgen. Ein erster Plan sei es gewesen, nur eine ganz einfache Anlage für den Eigenbedarf zu bauen, von Anfang an aber mit einem sehr hohen Anspruch an die Nachhaltigkeit des gesamten Projekts. Aus diesem Grund hätten die Landwirte direkt beim Bau ihrer Anlage mit der Suche nach Alternativen zum Mais begonnen.

Per Zufall, so heißt es weiter, habe man den Korbblütler Durchwachsene Silphie entdeckt, der im Jahre 2012 noch als echter Exot galt. Das Projekt Silphie hat sich den Angaben zufolge jedoch gelohnt: Die Anbaufläche habe von Jahr zu Jahr ausgebaut werden können. Die energetische Nutzpflanze wurde zum Geschäftsmodell, das Silphien-Saatgut wird von der Metzler & Brodmann Saaten GmbH inklusive Anbaukonzept unter dem Markennamen Donau-Silphie verkauft. Hierzu brechen die Fachleute jedes Frühjahr mit vier Traktoren auf, um in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland Silphien zu pflanzen.

Silphien - „Energiepflanze mit Zukunft“

Der Langenpreisinger Biogasbetreiber Heilmaier ist bei einer Info-Veranstaltung auf die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze aufmerksam geworden. Ein hoher Flächenertrag und die ökologischen Vorteile einer Dauerkultur machen sie zunehmend interessanter für die Biogasproduktion. Und so rückten die Traktoren der oben genannten Firma auch auf einigen Feldern in Langenpreising an. Insgesamt wurden rund vier Hektar gepflanzt. Auch wenn der Anbau dieser „Energiepflanze mit Zukunft“, der mit 2000 Euro pro Hektar zu Buche schlägt, nicht gerade billig ist, sei es dem Landwirt vor allem darum gegangen, die Blühflächen im Anschluss an die Wohnbebauung auszubringen, da, wie er ausführt, „ab dem zweiten Jahr kein Pflanzenschutz mehr ausgebracht werden muss“. Einmal ausgesät, könne die Pflanze, die einen hohen Biomasseanteil hat, nämlich über 15 Jahre geerntet werden.

Im ersten Saatjahr bilde sie nur bodenständige Blätter, erst ab dem zweiten Standjahr wachse sie mit ihren gelben Blüten in eine imposante Höhe von bis zu vier Metern. Die Erntezeit erfolge in der Zeit von Mitte August bis Mitte September. Für die Ganzpflanzensilage wird dann ein Häcksler eines Lohnunternehmens eingesetzt.

Die Silphie hat von Ende Juni bis Mitte September, in einer Zeit, in der sonst wenige blühende Pflanzen verfügbar sind, eine lange Blütezeit. Mit ihren goldgelben Blüten schafft sie als beliebte Insekten- und Bienenweide Lebensräume mit hoher Lebensqualität und ist auch in dieser Hinsicht eine optisch attraktivere Alternative als der Mais.

Außerdem bildet sie einen hervorragenden Wildeinstand für das Rehwild und bietet im Frühjahr, Herbst und Winter zudem eine gute Deckung für das Niederwild, wie der Landwirt wissen lässt. Heilmaier zufolge findet man mittlerweile auch schon Silphien-Honig im Angebot. Außerdem werden die Silphienfasern als Rohstoff für Papier verwendet. Am Langenpreisinger Ortsein- beziehungsweise -ausgang kann man bei schönem Wetter auf einer Art Hochsitz die Natur genießen und dem tollen Konzert von Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlingen und anderen Feldbewohnern lauschen.

Sylvia Stadler

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