Selfi-Fans: Das oberbayerische Lavendelfeld bietet eine wunderbare Kulisse für Instagram-Fotos.
+
Selfi-Fans: Das oberbayerische Lavendelfeld bietet eine wunderbare Kulisse für Instagram-Fotos.

„Sowas muss man echt suchen“

Bayerische Provence: Lavendel-Feld wird zum Instagram-Hotspot - Landwirt begeistert

  • VonAlexandra Anderka
    schließen

Auf dem strahlend blauen Feld tummeln sich professionelle Fotografen, Mädchen in Sommerkleidern lächeln in ihre Handys und knipsen Selfies: Ein Lavendelfeld in Adlstraß wird zum Instagram-Hotspot.

Adlstraß - Zwischen den Lavendelbahnen bücken sich Matthias Tafelmeier, seine Partnerin Hildegard Pritscher und ihre Helfer. Sie jäten Unkraut – so sieht aktuell ein typischer Abend bei Sonnenschein in Adlstraß aus

Lavendelfeld in Adlstraß wird intensiv als Fotokulisse genutzt

2019 hat der gelernte Landschaftsgärtnermeister Tafelmeier das Feld neben seinem Hof in Adlstraß bei Grüntegernbach gepflanzt. Vergangenes Jahr blühte es das erste Mal, und schon da gab es einen Ansturm. Fotografen, Radlfahrer, Spaziergänger, alle pilgerten zur bayerischen Provence. Sogar der BR interessierte sich für Tafelmeiers Projekt und sendete einen Beitrag in der Abendschau.

Matthias Tafelmeier mit Lebensgefährtin Hildegard Pritscher und der dreijährigen Ramina in ihrem Lavendelfeld in Adlstraß bei Grüntegernbach.

Rund vier Wochen blüht und duftet das Feld und diese Zeit wird auch heuer intensiv als Fotokulisse genutzt. In den sozialen Medien, vor allem auf Instagram, werden die kunstvollen, teils bearbeiteten Bilder veröffentlicht und heimsen viele Likes ein.

Tafelmeier und seiner Lebensgefährtin Hildegard gefällt das. „Wir wollen doch, dass unsere Botschaft in die Welt hinaus getragen wird“, sagt der Lavendelbauer. Mit seinen vielfältigen Projekten, hinter denen die Interessengemeinschaft Adlstraß steckt, möchte der Idealist gemeinsam mit den Mitgliedern ein Paradies schaffen und erlebbar machen. Und er möchte der Natur das zurückgeben, was der Mensch ihr genommen hat. Arbeit scheut er dafür nicht. 18 Stunden Pflege benötigt eine Reihe Lavendel jährlich, 100 sind es. Wer nicht mithelfen kann, darf gerne spenden. Das erhofft er sich auch von den Fotografen.

Lavendelfeld wird zu Instagram-Hotspot: Lavendelbauern jederzeit für Fragen bereit

Gelassen blicken Matthias Tafelmeier und Hildegard Pritscher auf das geschäftige Treiben der Fotografen. Für Fragen stehen sie gerne bereit. Denn „ich würde mir schon wünschen, dass sich die Leute auch dafür interessieren, was hinter dem Projekt steckt“. Zuviel wurde es den beiden allerdings einmal, als ein Fotograf mitten im Feld eine Farbrakete zündete, und wenn Absperrungen nicht eingehalten werden. Aber ärgern würden sich die beiden deshalb nicht. „Wenn du den ganzen Tag im Lavendelfeld bist und den Duft einatmest, regt dich gar nichts mehr auf“, erzählt Hildegard Pritscher lachend, denn Lavendel ist für seine beruhigende Wirkung bekannt.

Oben am Feld angelangt, sitzt Nachbar Andreas Franzl, der in Oberkorb seine edlen Schnäpse brennt, auf einer Holzbank mit Blick übers gesamte blaue Duftmeer. „Es ist so schön, was der Matthias geschaffen hat, ich komme öfters am Abend hierher und atme einfach den Duft ein“, schwärmt er. Den genießen auch die Freundinnen Josephine Lauterbach, Kristallia Kampouridou und Aruna Klingner. „Richtig schön ist das hier“, freut sich die 17-jährige Kristallia, die in Anzing bei Ebersberg wohnt. „So was muss man echt suchen.“ (and)

IG Adlstrass

Interessierte können sich als Landschaftspate, Helfer oder Spender engagieren. Infos gibt es unter www.adlstrass.de

Noch mehr Nachrichten aus der Region Erding lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Erding-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare