Karl Engelmann †

Nachruf

Ein Leben für Familie, Musik und Heimatforschung

Eibach – Am vergangenen Samstag dirigierte er noch hingebungsvoll in der Staffinger Filialkirche seinen Algasinger Kirchenchor. Tags darauf, am Sonntag, legte Karl Engelmann selbst den Taktstock für immer aus der Hand.

Die Nachricht vom plötzlichen Tod des beliebten und weithin bekannten früheren Oberlehrers und langjährigen stellvertretenden Leiters der Schule Grüntegernbach-Eibach, erschüttert nicht nur die Bewohner der Eibacher Altgemeinde sondern viele Freunde und Bekannte im weiten Umkreis. Sein Tod im Alter von 76 Jahren überrascht um so mehr, als der passionierte Radfahrer bis zuletzt durchschnittlich mehrere tausend Kilometer im Jahr mit dem Fahrrad unterwegs war.

Karl Engelmann, erblickte am 29.01.1939 in Cep (Kreis Tepel) im Egerland das Licht der Welt. 1948 kam er als Heimatvertriebener mit seiner Familie zunächst in den Landkreis Mühldorf. Nach dem Besuch der Volks- und weiterbildenden Schule absolvierte er das Studium zum Lehramt. Seine ersten beruflichen Aufgaben fand der Junglehrer an Landschulen im Inn- und Chiemgau, ehe er 1965 an die Schule Grüntegernbach-Eibach berufen wurde. Dort wirkte er viele Jahre bis zu seiner Pensionierung 1999 als stellvertretender Schulleiter.

Als echter Böhmerwälder, respektive Egerländer, zu dem er sich Zeit seines Lebens bekannte, war dem Pädagogen das Musizieren von früher Jugend an auf den Leib geschrieben. Vielen Generationen, vor allem Kindern und Schülern, ebnete der Verstorbene den Weg hin zur Musik. Er hob die Schwindegger Blaskapelle als Dirigent mit aus der Taufe und war maßgebend zusammen mit dem Kollegen Erwin Mulz bei der Gründung der Eibacher Blaskapelle beteiligt. Schließlich übernahm Engelmann auch die Leitung des Algasinger Kirchenchores, baute diesen zum erfolgreichen gemischten Chor um und wirkte bis zuletzt als einsatzfreudiger Dirigent. Große Verdienste erwarb sich der Herzblut-Musiker um die Algasinger Rythmusgruppe die er seit 20 Jahren leitete und mit der er Behinderte einfühlsam mit Orff-Instrumenten an die Musik heranführte.

Im August 1968 ehelichte Engelmann seine Frau Anni, eine geborene Haberstetter aus Grün. Der glücklichen Ehe entstammten eine Tochter und ein Sohn. Neben seiner über alles geliebten Familie, Gattin Anni, Sohn Martin, Tochter Doris und Enkelsohn Dominik samt Schwiegersohn Jürgen, widmete er sich auch und vor allem nach seiner Pensionierung mit Hingabe der Musik.

Mit seinen profunden archäologischen Kenntnissen war der Pensionist schließlich geradezu prädistioniert zum Vorsitzen, als 1998 der Historische Kreis Dorfen gegründet wurde. 15 Jahre hindurch stand er den Heimatforschern erfolgreich vor. In seine Amtszeit fiel unter andem die Anschaffung der ausgemusterten Rangierlok am Isen-Vilstal-Rad- und Wanderweg, ebenso die Errichtung des Dorfener Heimatmuseums. Der Verein ernannte ihn für seine großen Verdienste nach seinem Ausscheiden aus dem Amt 2013 zum Ehrenvorsitzenden.

Engelmann vermittelte in all den Jahren seines erfolgreichen Wirkens viel Wissenswertes aus der heimatlichen Historie, speziell der Früh- und Vorgeschichte. Mehrere ausgewiesene Flur- und Bodendenkmäler wie etwa die Siedlung am Höning bei Kloster Moosen hat Engelmann entdeckt und Beweise für deren Anerkennung erbracht. Obgleich es ihm von seinem ruhigen Naturell fern lag, sich in den Vordergrund zu drängen, brachte er sich stets mit Rat und Tat sowie vielseitigem Wissen immer wieder in die kulturelle Szene in Eibach und der Stadt Dorfen ein.

2013 ehrte ihn die Isenstadt für sein vielseitiges Engagement mit dem Kulturpreis. In all den Jahren führte der heimat- und naturverbunde Mitbürger zahlreiche Gleichgesinnte bei Bahnausflügen, Rad- und Wandertouren zu geschichtsträchtigen Orten sowie bekannten Kloster- und Kirchendomizilen. Mitte Juli war wieder eine Bahnfahrt nach Rott am Inn mit Besichtigung der Klosterkirche geplant.

Jetzt führt ihn seine letzte Reise am Donnerstag zum Friedhof der Filialkirche in Staffing. Dort findet für den gläubigen Verstorbenen um 14 Uhr die Seelenmesse mit anschließender Beerdigung statt.

Georg Brennauer

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