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Lehmige Goldgrube: Sollacher Forst

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Isen - Der Ziegeleibedarf frisst sich in die Landschaft: In den nächsten sieben Jahren sollen bei Zieglstadl weitere 100.000 Kubikmeter Lehm abgebaut werden.

Der Lehmabbau im Sollacher Forst geht weiter: Der Isener Marktgemeinderat hat einem entsprechenden Antrag der Schlagmann Baustoffwerke GmbH und Co zugestimmt. Rund 100.000 Kubikmeter Lehm sollen während der nächsten sieben Jahre auf der 2,7 Hektar großen Fläche, die sich im östlichen Anschluss an die bestehende Abbauzone befindet, im Tagebau abgetragen und im Isener Ziegelwerk verarbeitet werden.

"Wir werden die Fläche nicht komplett aufmachen, sondern in einzelnen Bauabschnitten arbeiten", erläutert Werksleiter Anton Stangl das geplante Vorgehen. Die derzeit ausgebeutete Fläche soll bis spätestens April 2008 vollständig gefüllt, mit Humus angeglichen und anschließend bepflanzt werden. Dabei muss man sich bei Schlagmann an einen Rekultivierungsplan halten, der von der Unteren Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem Staatsforst erstellt wurde.

"Wir achten darauf, dass das verwendete Material in jeder Hinsicht unbedenklich ist", erklärt dazu Harald Loher, Leiter des Forstbetriebs Wasserburg am Inn. Seine Dienststelle besitzt die Flächenhoheit und damit das uneingeschränkte Nutzungsrecht im Sollacher Forst. "Wir schauen, ob der Lehmabbau in unser betriebliches Konzept passt", so Loher. Stimmt die öffentlich-rechtliche Seite zu, stehe einer Rohstoffgewinnung nichts im Wege. Allerdings sei ein Lehmabbau auch im Sollacher Forst "nicht uneingeschränkt möglich". Bei der Rekultivierung sei man auch offen für "Nassflächen und Weiher, wenn diese eine ökologische Bereicherung darstellen".

Einige Jahrzehnte wird es freilich dauern, bis aus der Rekultivierungsfläche wieder richtiger Waldboden geworden ist. "Bis dahin haben wir es mit einer Art Zwischenvegetation zu tun", sagt der Forstbetriebsleiter.

"Der Zieglstadl ist und bleibt die Lebensader der Ziegelei", ist Werksleiter Stangl überzeugt. Auch eine Beruhigung hat er parat: Auch wenn die Betriebsgenehmigung sich auf den Zeitraum von Montag bis Samstag erstreckt, brauche niemand damit rechnen, dass Spaziergänge am Wochenende durch Lehmtransporter gestört werden. Ein Lehmabbau an Samstagen sei auch künftig nur in Ausnahmefällen geplant. (ahu)

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