Alles im Griff: Franz Wenhardt mit dem Oberteil der Friedengöttin Eirene, geschaffen von Max Heilmaier. Foto: ahu

Leihgabe fürs Museum Erding: Eirene erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Isen - Ein Bronzeguss des Isener Bildhauers Max Heilmaier soll dem Museum Erding als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt werden. Die Sammlung plant, ihre den Künstlern des Landkreises gewidmete Ausstellung zu erweitern, und hat Interesse an der der Friedensgöttin Eirene bekundet.

Der 1869 in Isen geborene Heilmaier hat die Galvanoplastik 1893 für den Giebel des heutigen Alten Rathauses entworfen. Damit die Originalfigur in Erding ausgestellt werden kann, muss sie jedoch restauriert werden. Denn noch liegt sie, in Ober- und Unterkörper getrennt, im Depot des Isener Heimatmuseums.

Auf einen mittleren vierstelligen Betrag schätzt Franz Wenhardt, Leiter des Arbeitskreises für Heimatpflege und Kultur sowie Verantwortlicher für das Heimatmuseum, die Kosten. Denn die Galvanoplastik muss nicht nur zusammengesetzt und stabilisiert werden, auch kleinere Schäden müssen behoben werden. Da die Figur im Besitz des Marktes bleibt, ist eine Fifty-fifty-Lösung angedacht.

Grünes Licht für Restaurierung und Leihgabe hat der Marktgemeinderat mit einem Grundsatzbeschluss gegeben. Vor der endgültigen Entscheidung soll allerdings der Kostenvoranschlag abgewartet werden. Einig sind sich Bürgermeister Siegfried Fischer und Heimatpfleger Wenhardt, dass die Eirene „das repräsentative Werk des wichtigsten Isener Künstlers darstellt“.

Doch die Eirene ist nicht das einzige Kunstwerk, das Heilmaier für seine Heimatgemeinde geschaffen hat. Nach seinen Entwürfen wurde der Marktbrunnen verwirklicht, auch mehrere Grabmale auf dem Kirchenfriedhof und zwei Figuren im Altarraum der Pfarrkirche stammen von ihm. Heilmaiers bekannteste Arbeit ist der Friedensengel in München, den er zusammen mit Heinrich Düll und Georg Pezold geschaffen hat.

Die Eirene stelle, so Wenhardt, keine reine Friedensgöttin dar. Vielmehr sei sie Ausdruck des wirtschaftlichen Erblühens des Marktes, für das die Eröffnung der Bahnstrecke und die Elektrifizierung wichtige Indikatoren seien. So hält die Figur nicht nur einen Lorbeerkranz in der ausgestreckten rechten Hand, in der linken trägt sie außerdem Hammer und Zange. 85 Jahre zierte Heilmaiers Eirene den Stufengiebel des Alten Rathauses. Doch der Zahn der Zeit hatte so sehr an der dünnen Bronzehaut der Friedensgöttin genagt, dass sie 1978 abgenommen werden musste. 1998 wurde ein Nachguss der Glocken- und Kunstgießerei Gugg aus Straubing auf dem Giebel installiert. Vorangegangen war die Aktion „Eirene zurück auf das Alte Rathaus“, die fast 30 000 Euro Spenden eingebracht hatte.

Jetzt erwacht auch das Heilmaiersche Original, das im Zusammenhang mit dem Nachguss Ende der 1990er-Jahre bereits teilrestauriert worden ist, aus seinem Dornröschenschlaf im Isener Depot.

Anne Huber

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