An ihrem Stand präsentierte die „bayerische Inderin“ Michaela Ostermann Stoffe, die beide Welten vereinen.
+
An ihrem Stand präsentierte die „bayerische Inderin“ Michaela Ostermann Stoffe, die beide Welten vereinen.

Leinenmarkt Isen

Bayerisches Handwerk, indische Muster 

Kleiner als gewohnt präsentierte sich heuer der Leinenmarkt um den Isener Gasthof Klement. Zwei Tage lang gab es für die Besucher hochwertige, handgefertigte Produkte von über 40 Anbietern zu bestaunen.

Isen – Für die Hauptattraktion des Marktes hatte Veranstalterin Anneli Lipfert die Bühne des Klement-Saals reserviert: Swetlana Becker zeigte dort originalen Blaudruck.

Becker interpretiert das alte Handwerk neu, indem sie das handbedruckte Leinen zu modischen Kleidungsstücken und Accessoires verarbeiten lässt. 

Wie virtuos sie mit den Modeln, so heißen die hölzernen Druckformen, umgehen kann, zeigte sie an einer für sich selbst gefertigten Tischdecke. Sieben verschiedene Muster zieren das edle Stück. Präzises Arbeiten ist aber auch für die einfacher gestalteten Kissenbezüge, Stoffe und Röcke nötig.

Denn auch das Leinen – zum Großteil verwendet Becker altes Bauernleinen –muss sorgfältig vorbereitet sowie sauber und rückstandsfrei sein, um ein angemessenes Ergebnis zu garantieren. Wie tragbar die Blaudruck-Mode ist, zeigte eine Modenschau am Sonntag.

„In Jaipur fährt sogar ein Tuk Tuk mit dem KaliMa-Schriftzug herum“

Während Becker ihre Werkstatt im bayerischen Bad Aibling hat, lässt die „bayerische Inderin“ Michaela Ostermann Baumwollstoffe aus Indien im Herkunftsland bedrucken und Kleidung daraus nähen. In die Drucke lässt sie mitunter auch bayerische Motive einfließen, ein indischer Stempelschnitzer setzt ihre Ideen um. Die Herstellung der Bekleidungsstücke, die Ostermann unter ihrem Label KaliMa vertreibt, obliegt indischen Familienkollektiven. „In Jaipur fährt sogar ein Tuk Tuk mit dem KaliMa-Schriftzug herum“, erzählt Ostermann stolz.

Ihr Engagement in Indien begreift Ostermann, die noch als Krankenschwester arbeitet, als gelebte Solidarität. Ihre Kreationen, sollen mehr sein als simple Kleidungstücke: Sie sollen auch die Seele kleiden. Als weiteres Projekt plant die nebenberufliche Unternehmerin eine Nähschule für benachteiligte Frauen, denen die Berufstätigkeit ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll.

„Pionierin der schicken Ökomode“

Bei der Eröffnung des Leinenmarktes lobte Vize-Bürgermeisterin Eva Pfennig das hohe Niveau des Marktes. „Zu verdanken haben wir das Anneli und Gerthelm Lipfert, die darauf achten, dass die Qualität erhalten bleibt“, sagte sie. Anneli Lipfert sei mit ihrer Marke Edelstoff eine „Pionierin der schicken Ökomode“.

Lipfert ihrerseits betonte die familiäre Atmosphäre und die gute Zusammenarbeit mit den Ausstellern. Damit es auch den vielen regelmäßigen Besuchern des Marktes nicht langweilig wird, komme immer Neues dazu. Heuer habe man mit einem Drittel neuer Anbieter, darunter Blaudruckerin Becker und die bayerische Inderin Ostermann, neue Akzente gesetzt. 

Von Anne Huber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwerer sexueller Missbrauch schockiert Feuerwehr: Ein Vater bringt Stein ins Rollen
Im Umfeld der Jugendfeuerwehr Pastetten soll es zu schweren Fällen sexuellen Missbrauchs gekommen sein. Bislang sind drei Opfer bekannt, die zur Tatzeit unter 14 Jahre …
Schwerer sexueller Missbrauch schockiert Feuerwehr: Ein Vater bringt Stein ins Rollen
Wartenberg prüft Zweitwohnungssteuer - Kommt ein VG-weites Ordnungsamt?
Gerade in Zeiten von Corona drückt finanziell gesehen vielerorts der Schuh. Der Markt Wartenberg wird nun möglicherweise eine Zweitwohnungssteuer einführen, zumindest …
Wartenberg prüft Zweitwohnungssteuer - Kommt ein VG-weites Ordnungsamt?
Die Provence mitten in Bayern
Duftende Blütenpracht: Matthias Tafelmeier hat in Adlstraß bei Grüntegernbach eine kleine Provonce mitten in Bayern geschaffen.
Die Provence mitten in Bayern
Kommentar: Wenn der Damm zur Stolperfalle wird
Zwei Themen treiben die Erdinger Stadtpolitiker um: der Hochwasserschutz und die Bewältigung der Corona-Krise. Beim Katastrophenschutz drohen die Stadträte in eine …
Kommentar: Wenn der Damm zur Stolperfalle wird

Kommentare