Lengdorf klagt gegen die A 94

Lengdorf - Gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Pastetten-Dorfen der A 94 strebt Lengdorf eine Klage an.

Ausschließlich auf den Aspekt des Wasserschutzgebietes bei Daigelspoint richtet sich die Klage der Gemeinde Lengdorf.

Genau an der Schutzzone III der Lengdorfer Trinkwasserversorgung soll die Autobahn 94 vorbeiführen. „Das ist ein Sonderfall, der möglicherweise einer Klärung bedarf“, sagte der Anwalt der Gemeinde, Andreas Lehners. Denn bei der Planung bliebe unberücksichtig, dass die A 94 direkt über die Zuflusszone des Wasserschutzgebietes führen soll. „Wenn wir das nicht ausdrücklich erwähnen, kümmert die das doch gar nicht“, sagte Josef Irl (CSU). Er hatte auf die Unfallgefahr und Haftungsproblematik hingewiesen. Denn durch einen Unfall, bei dem es zum Austritt von Chemikalien komme, könne das gesamte Wasserschutzgebiet beeinträchtigt werden. Eine Gefahr, so Irl, die bei häufiger Nebelbildung im Isental und starker Frequentierung durch Lastkraftwagen einschließlich Gefahrguttransporter aus dem Chemiedreieck nicht von der Hand zu weisen sei. „Auch wenn die Autobahn nicht durchführt, müsste der Bau des betreffenden Abschnitts nach RiStWag (Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wassergewinnungsgebieten, Anmerkung der Redaktion) erfolgen“, forderte er.

Seine Befürchtung, dass die Gemeinde die nachträgliche Entscheidung der Autobahndirektion hinnehmen müsse, ein Regenrückhaltebecken in der vorhandenen Senke einzubauen, konnte Lehners zerstreuen. Dazu sei eine Änderung des Planfeststellungsbeschlusses nötig, in deren Verfahren die Gemeinde eingebunden werden müsse. „Wir können nicht gegen ein Becken klagen, das im Plan gar nicht vorgesehen ist“, sagte der Jurist.

Keine Chancen für erfolgreiche Einwände sah er in Belangen, die sich auf Lärmschutz, Landwirtschaft und Naturschutz beziehen. FW-Rätin Angela Greimel hatte auf die Gefahren hingewiesen, die durch den massiven Eingriff in den Talhang bei Kopfsburg entstehen könnten. „Hier haben nur noch Privatpersonen, die Grund abgeben müssen, ein Rügepotential“, machte Lehners klar. Zu den Erfolgsaussichten der Klage wollte sich der Anwalt nicht äußern. Beruhigen konnte er aber hinsichtlich der Kosten. Da der Begründungsaufwand überschaubar sei, würden sich die Nettokosten auf unter 10000 Euro belaufen. Gegen den Klagebeschluss stimmten Sebastian Hartl (FW) und Bürgermeisterin Gerlinde Sigl (CSU). (ahu)

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