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Ja so was, Lengdorf ist nicht der Mittelpunkt der Welt?! Diese ketzerische Ansicht vertritt Girgl Galilei (Julian Wittmann; r.) misstrauisch beäugt von den hohen Herren der Stammtischrunde (v.l.) Thomas Wittmann, Felix Fischer und Michael Fugmann.
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Ja so was, Lengdorf ist nicht der Mittelpunkt der Welt?! Diese ketzerische Ansicht vertritt Girgl Galilei (Julian Wittmann; r.) misstrauisch beäugt von den hohen Herren der Stammtischrunde (v.l.) Thomas Wittmann, Felix Fischer und Michael Fugmann.
Freches Politpuppenspiel: Gerlinde Sigl (l.) und Toni Bauer (r.) treffen auf Wladimir Putin und Donald Trump, die sich das Dorf im Flutlichtschein genauer anschauen wollen. 
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Freches Politpuppenspiel: Gerlinde Sigl (l.) und Toni Bauer (r.) treffen auf Wladimir Putin und Donald Trump, die sich das Dorf im Flutlichtschein genauer anschauen wollen. 
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2. Lengdorfer Starkbierfest

Julian Wittmann lässt die Puppen tanzen

Fußballer gelten gemeinhin als sehr spielfreudig. Dass sie das aber auch auf der Theaterbühne sind und sich hier verbal die Bälle zuspielen, ist eher ungewöhnlich. Beim zweiten Lengdorfer Starkbierfest gelang dies jedoch perfekt.

LengdorfAusverkauft war das Lengdorfer Starkbierfest im Menzinger-Saal, das gemeinsam von den Fußballern des FC Lengdorf und der Familie Menzinger organisiert wurde. Rund 400 Karten waren verkauft worden.

Hinter dem feuchtfröhlichen Theaterspektakel steckte ein einfallsreicher junger Mann, der vor und hinter der Bühne seine kreative Energie versprühte: der 25-jährige Lengdorfer Julian Wittmann. Er studiert Theaterwissenschaft, ist ein temperamentvoller Volksschauspieler, tourt mit eigenem Kabarettprogramm durch Bayern, schreibt Drehbücher für „Dahoam is dahoam“ und hat auch die Texte für das Puppen- und Sprechspiel beim Starkbierfest verfasst. Und Fußball spielen kann er auch. Speziell für die Lengdorfer hat Wittmann seine Feder gespitzt und die dörflichen Verhältnisse unter die Lupe genommen.

Puppenspieler Joe Heinrich, dessen Geschöpfe man aus der BR-Sendung „Quer“ kennt, hat für den Abend extra zwei neue Pupperl entwickelt: die resolute Gemeindchefin Gerlinde Sigl und den redefreudigen Chef der Fußballabteilung, Toni Bauer. Und schon war man mitten drin im frechen Politpuppenspiel: Unerschrocken trafen Sigl und Bauer auf den frisch gekürten Ministerpräsidenten Markus Söder, der sich als smarter Machtpolitiker der Bussi-Bussi-Gesellschaft empfahl. Das Lengdorfer Duo bekam es sogar mit den Großkopferten der Weltpolitik zu tun: Angelockt vom verheißungsvollen Flutlicht auf der Lengdorfer Sportanlage trafen Wladimir Putin und Donald Trump zwecks freundlich-rigoroser Übernahme ein. Doch die zwei Herren mit dem Haifischlächeln hatten nicht mit der pragmatischen Siglschen Durchsetzungskraft gerechnet. Frau Bürgermeister verbannte die beiden gänzlich unbeeindruckt aus ihrem Herrschaftsgebiet: „Mir brauchan koane Kriagstreiba ned – ab die Post!“ Sprach’s und schickte sie zum Isener Starkbierfest.

Ja so was, Lengdorf ist nicht der Mittelpunkt der Welt?! Diese ketzerische Ansicht vertritt Girgl Galilei (Julian Wittmann; r.) misstrauisch beäugt von den hohen Herren der Stammtischrunde (v.l.) Thomas Wittmann, Felix Fischer und Michael Fugmann.

Julian Wittmanns Sprechspiel lud dann zu einer gefährlichen Zeitreise ein. Man landete in Lengdorf zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Die Dorfpolitiker waren von Angst geschüttelt, weil sie ihre Manuskripte nicht mehr fanden, mit denen sie die Aufständischen einlullen wollten. Ohne Schaufensterreden müsste man ja glatt mal die Wahrheit sagen. Welche Katastrophe. Die Stammtischrunde der hohen Herren mutierte zur herrlich hysterischen Männergruppe, die letztlich vor ihren Frauen erzitterte. Nur Girgl Galilei (Julian Wittmann) riskierte seinen Kopf lieber für explosive Erfindungen und ketzerische Überzeugungen. So vertrat er die kecke These, dass Lengdorf nicht der Mittelpunkt der Welt sei. Das weitere Darstellerteam: Michael Fugmann, Thomas Wittmann, Moritz Holzner, Felix Fischer, Jonas Wittmann, Mathias Holzner sowie die Erzählerinnen Katrin Sigl und Anna Kögl.

In der Rolle eines abgedrehten Lengdorf-Flüsterers beleuchtete Julian Wittmann anschließend die dunklen Seiten der Dorfidylle. Da soll es doch tatsächlich ein neues, heimeliges Baugebiet zwischen A 94 und Bahnstrecke geben, dessen Grundstückspreise nahelegen, auf dem Bauplatz ein karges Zelt zu errichten – „zu mehr langt’s dann nimmer“. Was wohl hinter der Schürzenepisode zwischen Starkbierfestteam und Theaterverein hervorblitzte – in jedem Fall starke Emotionen, und die treiben natürlich auch den allzu menschlichen Fußballbetrieb an. Sogar von Wattganoven im Landkreis wusste die männliche Ratschkathl zu berichten. Was es nicht alles so gibt auf dem Land. In jedem Fall ein abwechslungsreiches Starkbierfest, bei dem auch Michi Dietmayr als singender Mann mit Gitarre und die „Wuidbach Musi“ mitwirkten.

Vroni Vogel

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