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Umfassende Information: Zahlreiche Fragen zur A 94 mussten Verkehrskoordinator Josef Glier (l.) und ARGE-Projektleiter Nikolaus Arndt (2. v. l.) beantworten. 

Informationsveranstaltung in Lengdorf

A 94: Der größte Dreck ist bald vorbei

Der Bau der A 94 von Pastetten bis Heldenstein liegt im Zeitplan. Bald sollen die großen Erdarbeiten abgeschlossen sein. Damit werden dann auch die großen Belastungen für die Bevölkerung zurückgehen, sagen die Zuständigen.

Von Anne Huber

Lengdorf „Der große Dreck ist Ende des Jahres vorbei“, versprach Oliver Lauw, Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH, bei der A 94-Informationsveranstaltung in Lengdorf. Dann seien die großen Erdarbeiten beendet.

Ausführlich stellte dann Nikolaus Arndt, Projektleiter der ARGE A 94, den Baufortschritt und das aktuelle Baugeschehen im Bereich Lengdorf dar. Im Gemeindegebiet liegen sechs Kilometer Autobahn, an acht Brücken, Durchlässen und Unterführungen werde derzeit gebaut. Großer Aufwand sei für die Isentalbrücke nötig, führte der Projektleiter aus. Der 600 Meter lange Bau sei vermutlich „die größte Brücke, die derzeit in Bayern in Bau ist“, informierte er. Derzeit werde von Osten her an einer Fahrtrichtung gearbeitet, danach werde die Einrüstung umgesetzt. Bereits im September will man soweit sein, die zweite Seite zu betonieren.

Die Veranstaltung, zu der Bürgermeisterin Gerlinde Sigl eingeladen hatte, sollte neben der Information durch die ARGE auch dem Austausch zwischen Bürgern und Autobahnbauern dienen. Von der Möglichkeit, Fragen zu stellen und Probleme zu schildern, machten die Besucher reichlich Gebrauch. Kritik am Fahrstil der Lkw-Fahrer äußerten gleich mehrere Lengdorfer. „Da wird durchgefahren, das ist rücksichtslos“, beschwerte sich ein Kopfsburger Anwohner über den Bauverkehr. Im Hauptort werde sogar im Bereich des Kindergartens zu schnell gefahren, berichtete eine Besucherin. „Sagt es uns, schickt ein kleines Handyfoto, wir wollen das nicht (...), da habt ihr unsere volle Unterstützung“, sagte Arndt.

Starke Bedenken hatte ein Kopfsburger wegen der geplanten Ausführung der Lärmschutzwand. „Warum soll sie zur Hälfte transparent sein? Wahrscheinlich sollen die Fahrer das schöne Isental genießen können. Wir als Anlieger wollen das nicht“, stellte er klar. Obwohl die ARGE nicht der Ansprechpartner sei – „die Planung kommt von der Autobahndirektion“, betonte Arndt –, wolle man die Anmerkung weitergeben. Eine bessere Straßenreinigung verlangte eine Bürgerin aus Kopfsburg. Sie kritisierte auch, dass nichts getan worden sei, um bei Starkregen das Wasser zurückzuhalten. „Die Schwierigkeit hat sich entschärft“, sagte Arndt.

Zahlreiche Fragen, von denen sich viele auf die Zugänglichkeit von Feldern bezogen, musste auch ARGE-Verkehrskoordinator Josef Glier beantworten. Zwei Grundeigentümer berichteten, dass sie seit Monaten vergeblich versuchten, ihren Pächtern Zufahrten zu ermöglichen. „Was ist, wenn ich am Montag dreschen will?“, fragte ein betroffener Landwirt, der mangels Zufahrt über fremde Grundstücke fahren müsse. Dass der Buswendeplatz bei Wimpasing auch von den Lkw genutzt werde, um zu wenden, monierte ein Grundbesitzer. „Dafür habe ich meinen Grund nicht zur Verfügung gestellt“, machte er deutlich.

Glier war in seinem Bericht auf die erforderlichen Straßensperrungen eingegangen. Demnach bleibt „das Provisorium“ mit der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h beim Anschluss auf die alte ED 12 bis Februar des nächsten Jahres bestehen. Von Februar bis Mai 2018 werde die ED 12 gesperrt. Im Zuge der Ausbauarbeiten werde der neue Bauabschnitt „sauber angeschlossen“, kündigte Glier an. Die kleinräumige Umleitung laufe über die Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Furtarn-Außerbittlbach. Allerdings versuche man, den Verkehr großräumig umzuleiten: „Die Hauptumleitung erfolgt über die Staatsstraße Dorfen-Isen“. Ab November sei die GVS Furtarn-Außerbittlbach wieder befahrbar. Eine weitere Sperrung sei allerdings für August bis November 2018 geplant.

Thema war auch der Rückbau der Baustraßen, an denen einzelne Landwirte Interesse haben, um sie als Wirtschaftswege nutzen zu können. Wer die Rechnung für beschädigte Straßen zahlen müsse, wollte ein Besucher wissen. „Das trifft uns als Arbeitsgemeinschaft. Wir sind dafür zuständig, den Zustand, den wir vorgefunden haben, wieder herzustellen“, lautete Arndts Antwort.

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