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Ein 52-Jähriger musste sich vor dem Erdinger Amtsgericht verantworten, nachdem er bei Lengdorf betrunken einen Unfall verursacht hatte.

Vor Gericht kämpft ein 52-Jähriger vergeblich um seinen Führerschein

Nach Unfall im Suff ist der Job weg

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Wie folgenreich eine Trunkenfahrt sein kann, weiß jetzt ein 52-Jähriger, der mit 0,9 Promille Alkohol im Blut einen Unfall gebaut hatte. Seither hat sich sein Leben stark verändert. Nun landete der Fall vom Juli vorigen Jahres vor dem Amtsgericht Erding.

Lengdorf – Ziemlich eilig hatte es am 22. Juli 2019 ein 52 Jahre alter Autofahrer. Auf der Staatsstraße Dorfen–Erding baute er auf dem Weg zum Flughafen bei einem missglückten Überholmanöver prompt einen Unfall. Weil er 0,9 Promille Alkohol im Blut hatte, verlor der Rattenkirchener (Kreis Mühldorf) erst seinen Führerschein und dann den Job. Vor dem Amtsgericht Erding kämpfte er um eine mildere Strafe – mit mäßigem Erfolg. Der Versuch, dem Unfallgegner eine Teilschuld zuzuschieben, misslang.

Der Crash ereignete sich an der Abzweigung Lengdorf. Der Angeklagte gab an, er habe sich an die erlaubten 80 km/h gehalten und bei guter Sicht das langsam vor ihm fahrende Auto überholt. Dessen Fahrer habe plötzlich links abbiegen wollen. Den Blinker habe er erst gesetzt, als der 52-Jährige schon neben dem Wagen fuhr.

Er wich nach links aus, hob an der Böschung ab und pflügte bis zu 100 Meter durch ein Maisfeld. Niemand wurde verletzt, der Schaden war aber beträchtlich. Sein damaliger Arbeitgeber kündigte dem Außendienstler fristlos. Er muss den Schaden begleichen sowie nach einem Strafbefehl eine hohe Geldstrafe zahlen und weitere sechs Monate auf seinen Führerschein verzichten. Deswegen wackle nun auch der neue Job, so der Angeklagte.

Er räumte ein, dass die Alkoholfahrt nach einem durchzechten Abend mit Freunden ein Fehler gewesen sei. Der Rattenkirchener versicherte jedoch, dass der Fahrer vor ihm zu spät geblinkt habe, und er selbst nicht zu schnell gefahren sei.

Der Unfallgegner sagte im Zeugenstand das Gegenteil aus. Der Wagen sei von hinten regelrecht auf ihn zugeschossen. Er habe geblinkt.

Dennoch plädierte Anwalt Martin Lämmlein auf Freispruch oder eine verkürzte Führerscheinsperre. Staatsanwältin Christina Rothenaicher sah den Vorwurf der Trunkenheit als erwiesen an und forderte 3375 Euro Geldstrafe und noch sechs Monate Führerscheinentzug. Richterin Michaela Wawerla schloss sich an, kürzte die Sperre aber um zwei Monate. Ohne Alkohol wäre der Unfall vermeidbar gewesen.  ham

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