Raus mit dem Trumpf: Daniela Kordick (l.) zeigt Julianne Burr (2. v. r.), wie das Watten richtig geht. Frauenbund-Vorsitzende Resi Hierl lurt ihr in die Karten. Foto: Lang

1. Frauen Watt-Turnier

Ausg’schafft is

„Ausschaffa – geh – odeitn“ – es ist schon eine kleine Wissenschaft für sich: Das Watten. Dass es das schwache Geschlecht genauso beherrscht, wie die Männerwelt wurde beim ersten Frauen Watt-Turnier im Gasthaus Forster in Geislbach sofort klar.

Geislbach – Der Frauenbund hatte – logischerweise – zu dieser Veranstaltung eingeladen. Ein paar mehr Frauen hätten es zwar ruhig noch sein können, aber der Saal war insgesamt bestens gefüllt. Und es spielten „Profis“ neben blutigen Anfängern.

Das nötige Fachvokabular beherrschten nicht alle, aber die nötigsten Fachbegriffe waren schnell vermittelt. Etwa die Namen der drei „Kritischen“ Max, Belle, Spitz, also Herz König, Schelln Sieben und Eichel Sieben, die drei höchsten Trümpfe beim Watten. Das Andeuten war ebenso schnell erklärt: Ein Kussmund bedeutet Max, rechtes Augenzwinkern Belle, linkes Spitz. „Boidst nix hast, schaust nach oben, zum Plafond“, sagte Vorsitzende Resi Hierl. Auch die Trümpfe sind durch einen Fingerzeig seinem Mitspieler schnell mitgeteilt.

Die ältesten Spielerinnen waren schon über 80 Jahre alt. Die Bräu Lotti aus Großschaffhausen und die Schwaiger Cilly aus Birken hatten das Watten schon als Kind gelernt. Die mit 16 Jahren jüngste Teilnehmerin, Daniela Kordick, spielt auch schon zwölf Jahren. „Mein Opa hat’s mir beigebracht“, erzählt sie. Ein absoluter Neuling war Julianne Burr. Erst das dritte Mal in ihrem Leben mischte sie bei diesem typisch bayerischen Kartenspiel mit. „Bis jetzt geht’s ganz gut“, meinte sie, durfte sich aber über äußerst geduldige Mitspielerinnen freuen. Ein alter Hase ist die Achatz Rosi. Sie weiß auch, was es bedeutet, wenn man „g’schpannt is“, also man schon 13 Punkte hat und nicht mehr „ausschaffa deaf“.

Ob normal oder böhmisch, streng oder nicht so streng gewattet wurde, gelacht wurde auf alle Fälle sehr viel beim ersten Frauen-Watt-Turnier in Geislbach. Damit alles auch ordnungsgemäß zuging, stellten sich zwei männliche Spielleiter zur Verfügung mit Norbert Hierl und Hans Nitzl. Vorsitzende Hierl war als Reserve eingeteilt. Sie freute sich, dass so viele Frauen gekommen waren, „mehr Fremde als Hiesige“, wunderte sie sich allerdings. Aus Geisenhausen, Buchbach oder Maria Thalheim kamen die Kartlerinnen. Einige routinierte Turnierspielerinnen waren auch darunter.

Zur Stärkung gab es zwischen den Spielen Kaffee und Kuchen und immer wieder neugierige Besucher, die nach dem Rechten sahen.

Birgit Lang

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