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„ Die Landwirtschaft hat immer eine Zukunft“ , ist sich Klaus Schiller, überregionaler MR-Berater, sicher. 

Maschinenring Erding

Betriebsberatung wird ausgebaut

Längst sind Maschinenringe mehr als ein Zusammenschluss von Landwirten zur gemeinsamen Nutzung von Landmaschinen. Zum Leistungsspektrum soll künftig verstärkt die Betriebsberatung gehören.

Von Anne Huber

Lengdorf – Der Maschinenring (MR) Erding möchte seine einzelbetriebliche Beratung ausbauen. Der studierte Landwirt Michael Höhensteiger wird deswegen den Mitgliedern ab Mai für betriebswirtschaftliche Analyse, Beratung und Entwicklung eines Zukunftskonzepts zur Verfügung stehen. „Wir wollen damit betriebliche Veränderungen oder Umstrukturierungen, die aufgrund des Generationenwechsels anstehen, leichter machen“, sagte der Vorsitzende des Maschinenrings, Günther Drobilitsch, am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung in Lengdorf.

Wie eine solche Beratung aussieht und was sie den Landwirten bringt, führte Klaus Schiller, überregionaler MR-Berater, in seinem Referat „Anpassungsstrategien Bayerischer Betriebe auf schwankende Marktpreise“ aus. „Gute Unternehmen erkennen die Rahmenbedingungen und stellen sich darauf ein“, sagte Schiller. Statt auf Subventionen zu schielen oder sich daran zu orientieren, was der Nachbar macht, empfahl er Controlling, also unternehmensrelevante Daten regelmäßig der Planung von Ausgaben und Einnahmen zugrunde zu legen. Doch bei der Frage „neuer Schlepper mit steuerlichen Vorteilen, Lohnunternehmen oder Maschinenring“ würden viele Landwirte den neuen Schlepper wählen. Dabei würde vergessen, dass auch Fremdarbeitskräfte zu steuerlichen Vorteilen führen. Denn eine Arbeitskraft, die 500 Stunden auf dem Hof tätig ist, koste durch die Ausnutzung steuerlicher Vorteile den Landwirt lediglich 6000 Euro im Jahr. „500 Stunden, das sind 200 Stallzeiten“, gab er zu bedenken.“

„Erfahrung ist, wenn ich mir selber wichtige Antworten geben kann und die Erkenntnis besitze, ab wann ich fremde Hilfe brauche“, führte Schiller weiter aus. Auf den Höfen, die er besuche, könne er allerdings oft eine Betriebsblindheit feststellen. „Ich brauch keinen, ich helf mir immer selber“, sei die Haltung, mit der er konfrontiert sei. Er riet den Landwirten, statt auf Eigenmechanisierung zu setzen, auf Maschinenringe zurückzugreifen. Dass Kostenoptimierung leichter ist als Leistungsoptimierung, rechnete er an Beispielen vor. Daneben riet er, die Möglichkeit zu Einkommenskombinationen zu nützen. „Das Einkommen in der Landwirtschaft wird aufgrund volatiler Märkte immer schwanken“, sagte er. Wer aber beispielsweise Wohnungen vermiete und auf das zusätzliche Einkommen von Ehefrau oder Sohn (der nebenberuflich beim Maschinenring arbeitet) bauen könne, sei auf der sicheren Seite. „Die Landwirtschaft hat immer eine Zukunft. Die Frage ist nur welche. Dafür muss man arbeiten“, sagte Schiller. (Weiterer Bericht folgt).

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