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Auf und davon: Erdings OB Max Gotz verlässt den Vorsitz des Erdinger BRK. Hier ist er auf einem Frühjahrsempfang des Kreisverbands zu sehen.

BRK-Kreisverband vor der Hauptversammlung 

Krach um „Wahlempfehlung“

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Vor der Vorstandswahl des BRK-Kreisverbands Erding geht ein tiefer Riss durch die Organisation. Ein Teil der Mitglieder wirft Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden vor, einseitig Wahlwerbung betrieben zu haben. Sie schweigt dazu ebenso wie Vorsitzender Max Gotz.

Erding – Mit Spannung wird die Mitgliederversammlung am Freitagabend ab 19 Uhr im Gasthof Menzinger erwartet. Sie wird die letzte von Erdings Oberbürgermeister Max Gotz als Vorsitzender sein. Aus seiner Nachfolge ist ein offener Machtkampf geworden. Denn es ist nicht gelungen, alle Gliederungen auf einen Nachfolger beziehungsweise ein Team einzuschwören. Zu dem von Gotz favorisierten Franz Hofstetter, Bürgermeister von Taufkirchen und Bezirksrat, hat sich vor einer Woche ein Gegenkandidat gesellt: der früherer Erdinger Wasserwacht-Chef Siegi Ippisch. In einer Demokratie wäre das ein ganz normaler Vorgang, beim BRK steckt aber ein Machtkampf dahinter: Ippisch und seine Wasserwachtler wollen, dass das Ehrenamt wieder stärker mit entscheidet – und nicht wie üblich Vertreter der Politik. Aus der Reihe des Ehrenamts kommen auch seine beiden vorgeschlagenen Stellvertreter: Heinz Schauer und Andreas Lindner. Gotz und der Vorstand haben hingegen Gertrud Friess-Ott, Pflegedirektorin am Klinikum, sowie Unternehmer Jürgen Loher um eine Kandidatur gebeten.

Damit steht seit einer Woche fest: Es wird eine Kampfabstimmung geben. In die hat sich nun Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden eingeschaltet. An einen recht großen Kreis von BRK-Mitgliedern und Funktionären hat sie einen Brief geschrieben. Er liegt unserer Zeitung vor und beginnt unverfänglich: Sie erinnert an den Termin und stellt noch einmal die Vorstandsbewerber vor.

Danach folgen einige Seiten, die für viel Zündstoff und Wut vor der Versammlung sorgen. Fünf Bewerber dürfen sich mit einem Lebenslauf präsentieren – wer sie sind, warum sie sich beim BRK engagieren, und was man von ihnen erwarten kann.

Der Empfängerkreis der Mail lernt auf diesem Wege Franz Hofstetter, Gertrud Friess-Ott, Jürgen Loher, Manfred Kroha und Bernd Grimm kennen. Kroha kandidiert als Schatzmeister, Grimm ist seit einigen Jahren unumstrittener Justitiar des Kreisverbandes. Über Siegi Ippisch, Heinz Schauer, Andreas Lindner sowie Schatzmeister-(Kandidat) Manfred Herzog erfährt man nichts.

Dieses Lager kocht, von Einflussnahme auf die Wahl ist die Rede – lediglich nach den Regularien erlaubt. Ippisch will das Infopaket der Kreisgeschäftsführerin nicht bewerten, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Er stellt aber klar: „Ich wurde zu keinem Zeitpunkt gebeten, ein solches Schreiben abzugeben.“ Ähnlich äußern sich weitere Kandidaten.

Die Kritiker sind überzeugt: Van der Heijden wollte Werbung für die ihr genehmen Bewerbung machen. In dem Anschreiben heißt es wörtlich: „Auf Wunsch einiger Kandidaten fügen wir dieser Einladung noch jeweils einen Steckbrief bei.“ Niemand glaubt jedoch ernsthaft, dass Gotz selbst dahinter steckt.

Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich van der Heijden nicht äußern: „Eine Stellungnahme unsererseits wird nicht erfolgen“, so die schriftliche Antwort der Geschäftsführerin auf eine E-Mail der Redaktion. Beide Schriftsätze liegen Gotz vor. Doch der schweigt.

Folgende Fragen ließ das BRK unbeantwortet: Wurden alle Bewerber um ein unmittelbares Vorstandsamt um einen Lebenslauf gebeten? Warum fehlen einige Bewerber? An wen wurde der Serienbrief geschickt? Handelt es sich um ein Empfehlungsschreiben der BRK-Kreisgeschäftsführung? Ist dieser Brief mit Herrn Vorsitzenden Max Gotz abgesprochen?

Hofstetter beendet seine Vorstellung übrigens mit der Versicherung: „Ich möchte Brücken bauen, Ehrenamt und Hauptamt ermutigen, Wege gemeinsam zu gehen.“

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