Werbung für das Handelsabkommen Ceta machte der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (r.). Foto: Huber

BBV-KREISVERBAND

Bei Ceta setzt Lenz ganz auf das weiß-blaue Image

Lengdorf – Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz sieht die Interessen der bayerischen Bauern nicht durch das geplante Handelsabkommen der EU mit Kanada gefährdet.

„Ich bin durchaus der Meinung, dass man Ceta zustimmen kann“, sagte er am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbands des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Lengdorf. Durch die Zusatzerklärungen, auf die sich Deutschland und Kanada geeignet haben, seien strittige Punkte wie die befürchtete Senkung der Standards geklärt. „Bei Ceta sind negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft weitgehende verwehrt“, befand Lenz. Die Diskussion zeigte jedoch, dass Bauern befürchten, dass sie wegen unterschiedlich hoher landwirtschaftlicher Produktionsstandards der kanadischen Konkurrenz nicht gewachsen sind. „Müssen wir ständig Standards erhöhen? Stellen wir uns nicht selber an die Wand?“, kritisierte ein Besucher und bezog sich dabei auch auf gentechnik-freie Milch, die der Handel verstärkt in die Regale stellen will. „Kein Freihandelsabkommen wird Bayern vorschreiben können, dass nur gentechnik-freie Milch produziert werden muss“, relativierte Lenz. Der CSU-Politiker warnte davor, den globalen Handel generell an den Pranger zu stellen und einen weitgehenden Rückzug zu fordern. „Ohne Handel und Absatzmärkte wäre der Wohlstand in Deutschland weitaus niedriger.“ Gerade „weiß-blaue Milchprodukte“ und Lebensmittel besäßen wegen ihres positiven Images ein großes Potential. „Wir können nicht so viel Milli trinken, wie wir produzieren, wir brauchen Absatzmärkte außerhalb“, veranschaulichte Lenz seine Aussage. Allerdings müssten dem Handel „Regeln gegeben werden“. Diese müssten auch dazu dienen, „dass auch in den ärmsten Ländern Landwirtschaft erhalten bleibt“.

Während der CSU-Abgeordnete Ceta positiv bewertet, beurteilt er TTIP kritisch. Bei Ceta habe man erreicht, dass europäische Standards geschützt seinen. Das müsse bei TTIP noch durchgesetzt werden. Lenz hielt auch nichts davon, auf Biegen und Brechen einen Zeitplan einzuhalten. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, sagte er. Die Qualität von Lebensmitteln sei bei TIPP nicht verhandelbar.

Lob für seinen Einsatz für die bayerischen Landwirte bekam Lenz von Kreisobmann Hans Schwimmer. Der Erdinger BBV-Mann kritisierte den Lebensmitteleinzelhandel, der heute die Standards mache, die die Bauern früher selbst gemacht hätten, und forderte die Unterstützung der Politik. „Ich werde dem Minister mitteilen, dass die Politik sich einschaltet“, kündigte Lenz an. 

Anne Huber

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