Gerettet: Eines von sieben Rehkitzen, die von der Drohne aufgespürt wurden.

Aktion von Landwirt Rupert Kaspar Hutterer

Drohnen-Einsatz rettet sieben Rehkitzen das Leben

Bei der ersten Grasmahd droht dem Nachwuchs von Reh und Hase oft der Tod in den Erntemaschinen. Eine praktische Lösung kommt aus der Luft: Tierrettung per Drohne mit Wärmebildaufklärung.

Mehnbach – Vorbildcharakter hat die Aktion von Junglandwirt Rupert Kaspar Hutterer vom Erlhof Agrar (Ackerbau- und Nawaro-Biogasanlagenbetrieb). Rund um seinen Betrieb in Mehnbach bei Lengdorf stand am Montag die Grasmahd auf 41 Hektar an. Dem Landwirt war klar, darin befinden sich sicher Rehkitze. Um die aufzuspüren, ließ er eine Drohne einsetzen und fand sieben kleine Kitze, die allesamt gerettet werden konnten.

Die Intention seiner Maßnahme, für die er selber über 500 Euro „gerne“ investiert hat, sei es, „den Niederwildbeständen eine Überlebenschance zu bieten“. Hutterer ist auch Jäger und weiß, Rehkitze sind im hohen Gras versteckt und laufen nicht unbedingt weg. Wohin auch, bei den großen Flächen, die heute in wenigen Stunden auf einmal abgemäht werden. Kleinere Mähflächen können vom Jäger vorher noch kontrolliert werden. Bei großen Arbeitsflächen sei eine Mähkontrolle nicht zumutbar. Erntemaschinen haben inzwischen Mähbreiten bis zu neun Metern und sind sehr schnell unterwegs. Für unentdeckte Rehkitze gibt es da meist kein entrinnen. Die Kitze dennoch aufzufinden, „dafür gibt es heute aber Möglichkeiten“, betont Hutterer. Auf die Idee des Drohneneinsatzes sei er durch die Firma Geo-Konzept (Satellitennavigations-Technologien) gekommen, die ihm für seinen Ackerbau ein „Traktor-Spurhaltesystem“ geliefert habe. 

Rehkitze gerettet: (v. l.) Drohnenpilot Markus Schuster (inspectAIR), Betriebsleiter Rupert Kaspar Hutterer jun., die Jagdpächter Andreas Huber und Wolfgang König, Hans Romig vom Maschinenring Ebersberg und Seniorlandwirt Rupert Hutterer.

Die gesamte Mähfläche von 41 Hektar flog Drohnenpilot Markus Schuster (von InsepktAIR) mit einem Hexakopter mit spezieller Wärmebildkamera in 90 Meter Höhe in einem vorher programmierten Rasterflug (50 Meter-Linien) in nur 38 Minuten Flugzeit ab. Anschließend gab es sofort die Auswertung mit Karten. Die gesamte Aktion an drei Standorten mit Ortung und Rehkitzsuche durch die Jagdpächter Andreas Huber und Wolfgang König sowie Seniorlandwirt Karl-Rupert Hutterer hat drei Stunden gedauert. Eine Zeit, die sich sehr rentierte. Am Ende der Aktion freuten sich die Hutterers und die Jagdpächter, denn an sechs lokalisierten Stellen wurden sieben Rehkitze entdeckt und wildgerecht umgesetzt. „Der Einsatz hat sich auf alle Fälle gelohnt. Das machen wir sicher wieder“, kündigte Hutterer an.

Bleibt zu hoffen, das Beispiel findet viele Nachahmer. Vielleicht wird ja auch das Umweltministerium aufmerksam und fördert solche Aktionen, damit möglichst viel Niederwild mehr Überlebenschancen hat. 

Von Hermann Weingartner

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