Bebauungsplan „Lengdorf Nordwest“

Einwand sorgt für Heiterkeit

Bauleitplanung ist für den Gemeinderat und die Zuhörer, sofern sie nicht selbst betroffen sind, ein meist trockenes Thema. Es kann aber auch mal recht lustig werden.

Lengdorf Nach einem im Baugesetzbuch geregeltem Verfahren werden Einwände und Stellungnahmen von Fachstellen und Behörden zu Flächennutzungs- und Bebauungsplänen stets streng nach Schema behandelt.

Dass es im Lengdorfer Gemeinderat bei dem Tagesordnungspunkt, bei dem es um die 7. Änderung des Bebauungsplans „Lengdorf Nordwest“ ging, zu einem Heiterkeitsausbruch der Ratsmitglieder kam, hing damit zusammen, dass das Eisenbahn-Bundesamt im Verfahren eine Stellungnahme abgegeben hatte. Diese bezog sich allerdings auf eine Bahnlinie, die es schon lange nicht mehr gibt. Denn von der ehemaligen Bahnlinie Thann-Matzbach-Isen lassen sich mit viel Glück lediglich ein paar Relikte finden (siehe dazu die interessante Internetseite www.spurensuche-eisenbahn.de/thann-matzbach-haag-oberbayern/).

Die Strecke wurde bereits 1991 stillgelegt, die Gleisanlagen 1992 abgebaut. Dass das Bundesamt in seiner aus den üblichen Textbausteinen bestehenden Stellungnahme darauf hinweist, „dass durch die Festlegungen im Bebauungsplan der Schienenverkehr und damit auch die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs nicht gefährdet werden darf“ provozierte Fragen wie: „Hat das der Lehrling bearbeitet?“ und „Wo kann man die Fahrkarten kaufen?“ Eine ganze Din A4-Seite lang wird auf zulässige Bepflanzung und den Schutz der Bahnentwässerungsanlagen hingewiesen und gefordert, die DB Immobilien Region Süd am Verfahren zu beteiligen.

Dass man zumindest in der Koordinierungsstelle der Bahn auf dem Laufenden ist, zeigte deren Stellungnahme. „Durch die Planung werden die Belange der DB AG und ihrer Konzernunternehmen nicht berührt. Wir haben daher weder Bedenken noch Anregungen vorzubringen“, heißt es dort.

Da auch die übrigen Fachstellen keine Einwände vorbrachten, konnte der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplans als Satzung erlassen. Damit ist ein Kapitel abgeschlossen, das mit der Aufstellung des Bebauungsplans im Jahr 1966 seinen Anfang nahm. Entgegen der ursprünglichen Festsetzung, die eine Bebauung mit sieben Reihenhäusern vorsah, sollen drei Doppelhäuser und zwei Einfamilienhäuser auf dem Areal zwischen Lärchenstraße und Am Bahnhof errichtet werden. Die Änderung sei den „komplizierten Besitzverhältnissen (Verteilung auf mehrere private Eigentümer sowie die Gemeinde) geschuldet“, heißt es in der Begründung. Da kein Bedarf an Spielplätzen besteht, wird auch die Gemeindefläche überbaut, auf der in den 1960-Jahren eine öffentliche Spielfläche geplant gewesen war.

Anne Huber

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