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Im Einsatz mit Gottes Segen: Pfarrerin Annette Schumacher und Dekan Josef Kriechbaumer weihten das Feuerwehrhaus und den neuen Einsatzwagen der Lengdorfer Feuerwehr.

Neue Feuerwehrhaus in Lengdorf

Lange geplant, schnell gebaut

Nach langer Planung und kurzer Bauzeit war es am Samstagnachmittag so weit:

Lengdorf – Bei einer Feier ist das neue Lengdorfer Feuerwehrhaus eingeweiht worden, außerdem wurde ein Lkw für den Einsatz auf der A 94 in Dienst gestellt.

Zwei Millionen Euro hat die Gemeinde in ihr modernes Feuerwehrgerätehaus investiert. Insgesamt kostete das Gebäude im Ortszentrum von Lengdorf 2,25 Millionen Euro, wovon der Freistaat Bayern 250 000 Euro übernahm. Vergleichsweise ein Sonderangebot war dagegen mit 65 000 Euro der gebrauchte Lkw, der bei der Feier ebenfalls den kirchlichen Segen erhielt.

Das Fahrzeug, das 16 Jahre alt ist, aber laut Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl „wie neu aussieht“, hat die Lengdorfer Feuerwehr vom THW Herne im Ruhrgebiet gekauft und mit viel Mühe selbst renoviert. Der ursprünglich gelbe Lkw soll bei Unfällen auf der A 94 eingesetzt werden und einen Sicherungsanhänger ziehen, den die Feuerwehr vom Landkreis Erding erhielt. „Wir haben vieles selbst gemacht, beispielsweise die Funkausstattung“, sagte Lengdorfs Kommandant Florian Bauer. „Drei Mann von unserer Feuerwehr haben viele Abende daran gearbeitet.“

Mit dem neuen Gebäude sei eine lange Zeit räumlicher Enge zu Ende gegangen, freute sich Sigl in ihrer Festansprache. Trotz einer Erweiterung sei das alte Feuerwehrhaus von 1964 für die neuen Herausforderungen – wie etwa Einsätze auf der A 94, Sturmschäden oder Katastrophen – nicht mehr geeignet gewesen. „Insgesamt 35 Firmen sind am Bau des neuen Feuerwehrhauses beteiligt gewesen, darunter viele Handwerksbetriebe aus der Region“, erklärte die Bürgermeisterin. In einem kurzen Rückblick schilderte sie die Geschichte des Bauvorhabens: Im Juni 2014 stellte die Feuerwehr einen Antrag zur Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses, das in der Dorfmitte gebaut werden und auch das Gemeindeleben bereichern sollte. Am 5. Oktober 2015 stellte die Gemeinde Lengdorf den Bauantrag, der am 30. März 2016 vom Landratsamt genehmigt wurde. Am 1. November 2017 begann der Rohbau, der im Dezember 2018 fertig wurde. Von April bis August 2019 wurde die Innenausstattung fertiggestellt, im August 2019 die Außenanlagen.

Das viele Geld, das Lengdorf für das neue Feuerwehrhaus ausgegeben habe, sei eine sinnvolle Investition, sagte Landrat Martin Bayerstorfer in seinem Grußwort. „Die Bürger in Lengdorf können sich jetzt sicher fühlen.“ Feuerwehren seien die „älteste Bürgerinitiative“, betonte Bayerstorfer. Die 69 freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Erding hätten eine hervorragende Ausstattung und einen hervorragenden Ausbildungsstand, so der Landrat. Forderungen, auf freiwillige Feuerwehren größtenteils zu verzichten und dafür auf Berufsfeuerwehren zu setzen, erteilte Bayerstorfer eine entschiedene Absage. „Unsere freiwilligen Feuerwehren machen ihre Arbeit genauso gut wie Berufsfeuerwehren und brauchen deshalb eine genauso gute Ausstattung“, stellte Bayerstorfer fest. Eine Übernahme ihrer Tätigkeiten durch den Staat sei nicht bezahlbar und hätte zur Folge, dass sich die Bürger mit einer von auswärts anrückenden Berufsfeuerwehr nicht mehr identifizierten.

Kreisbrandrat Willi Vogl lehnte einen Standort des Lengdorfer Feuerwehrhauses näher an der A 94 – der lange im Gespräch war – entschieden ab. Die Mitglieder der Feuerwehr müssten ihr Gebäude bei einem Einsatz schnell erreichen können, sagte Vogl. „Ein Feuerwehrhaus muss deshalb in der Nähe der Häuser sein, nicht bei einem Gewerbegebiet“, erklärte der Kreisbrandrat.

Nach den Reden segneten der katholische Dekan Josef Kriechbaumer und die evangelische Pfarrerin Annette Schumacher bei einer ökumenischen Andacht das neue Feuerwehrhaus und auch das neue Einsatzfahrzeug der Wehr. Die musikalische Begleitung der Einweihungsfeier übernahm der Chor dACor aus Isen.

Günter Wirnhier


Johannes Schletter aus dem Landkreis Erding war Feuerwehrler mit Leib und Seele. Viel zu früh ist er nach schwerer Krankheit verstorben. Er wurde nur 49 Jahre alt.

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