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Nach der Wahl: Landrat Martin Bayerstorfer (4. v. l.) und Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl (r.) gratulierten dem neuen Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im BBV (v. l.) Eduard Hamburger, Anton Meindl, Karl-Rupert Hutterer, Fritz Gruber, Johannes Oberndorfer und Hans Schwimmer. 

AG der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband

Gruber will Biber zum Abschuss freigeben

Fritz Gruber bleibt Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband (BBV) Kreisverband Erding. Der für seine deutlichen Aussagen und klare Forderungen bekannte Vorsitzende wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Von Anne Huber

Lengdorf – Knapp hingegen wurde es bei der Jahreshauptversammlung im Menzinger-Saal in Lengdorf für den noch amtierenden Kreisobmann des BBV, Hans Schwimmer. Grubers Vorschlag, Schwimmer als berufenes Mitglied in den Vorstand aufzunehmen, entsprachen 17 der anwesenden Jagdvorsteher, elf stimmten mit nein und fünf enthielten sich der Stimme. Deutliche Mehrheiten gab es für den stellvertretenden Sprecher Anton Meindl und die Beisitzer Eduard Hamberger, Karl-Rupert Hutterer und Johannes Oberndorfer, der Manfred Angermaier ablöst.

In seinem Rechenschaftsbericht ging Gruber auf die Spannungen zwischen Jagdgenossen und Jägern ein. Dass diese zum Großteil der Vergangenheit angehörten, liegt für Gruber an den Arbeitsgemeinschaften, die der Bauernverband 1996 aus der Taufe gehoben hat. „Es war richtig, die Arbeitsgemeinschaften auf Kreisebene einzuführen“, sagte er. Sie hätten das Miteinander von Jägern und Landwirten nachhaltig verbessert, konstatierte er. „Das Jagdrecht soll auf Grund und Boden und damit in Bauernhand bleiben“, forderte Gruber. Er wiederholte seinen Vorschlag, den Biber wieder zu einer bejagbaren Art zu machen. Nur so könne die Schadenssituation verbessert werden.

Auch Landrat Martin Bayerstorfer ging in seinem Grundsatzreferat auf die Biberproblematik ein. Das Bibermanagement des Landkreises, das aus den Säulen Beratung, Prävention, Schadensausgleich und Zugriffsmaßnahmen bestehe, bezeichnete er als „sehr gut“. Dabei gelte es zu beachten, „dass die Arterhaltung gewährleistet bleibt und man mit den Schäden leben können muss“. Auch habe das Bibermanagement im Landkreis bislang keine Kritik von Umwelt- und Naturschutzorganisationen erfahren. Keine Anzeichen sah er dafür, dass der Biber seinen Schutzstatus verlieren könne. „Wir können nur versuchen, pragmatisch über verschiedene Rechtsbereiche Lösungen zu entwickeln“.

Im Landkreis leben laut Landrat 200 bis 250 Biberpaare; jährlich werden rund 40 Biber getötet. „Wenn es zum zweiten Mal einen Schaden gibt, kommt es zur Entnahme“, erläuterte dazu der Landrat. 16 Fallen stehen dafür im Landkreis zur Verfügung, „sie sind fast immer im Betrieb“. Auch auf die zunehmende Schwarzwildpopulation im Landkreis ging Bayerstorfer ein. Eine Lösung müsse gemeinsam entwickelt werden, das da Problem nicht von den Jägern allein zu bewältigen sei. Bayerstorfer wies in seinem Referat auch darauf hin, dass die Landwirtschaft nahezu den gleichen Anteil an der Inanspruchnahme von Flächen hat „wie alle Baugebiete im Landkreis“. Er warnte deswegen vor dem Vorwurf des „Flächenverbrauchs“, einen Begriff den er durch Nutzungsänderung ersetzt haben will. „In einer Kulturlandschaft müssen für alle Bereiche Flächen zur Verfügung stehen“, sagte er.

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