Lengdorf Bayern Kopfsburg Bushäusl
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Kräftig hingelangt haben (v. l.) Markus Reitinger, Oliver Krieg, Christian Waxenberger, Johannes Maier, Josef Osterloher und Philip Waxenberger.

Kopfsburger Initiative

Das „hässlichste Bushäusl Bayerns“ ist renoviert worden

Es galt als das hässlichste Bushäusl Bayerns: Das Kopfsburger Bushäuschen. Jetzt ist es renoviert worden. Nach mehreren Wochenenden Arbeit einiger tatkräftiger Kopfsburger erstrahlt das „Kultobjekt“ im neuen Glanz.

Von Anne Huber

Lengdorf – „Des Bushäusl g’hört zu uns. Wenn mea jetzt nix macha, derkemmt’s“, begründet Philip Waxenberger, warum er am Samstagvormittag statt im Bett zu liegen Fassadenbretter anschraubt. Auch seine Spezln Christian Waxenberger, Oliver Krieg und Markus Reitinger sind mit mit der Fassade und dem Dachstuhl beschäftigt, während Johannes Maier die alten Dachplatten saubermacht. Das Kommando hat Josef Osterloher. Der Zimmerer aus Niedergeislbach – oder wie seine Helfer sagen, „von der Bahndamm Nordseite“ – stellt Nachbarschaftshilfe, Werkzeug und Know-how zur Verfügung. „Es war nix schlecht“, sagt er über den Zustand des Fachwerks. Lediglich ein Balken des Dachstuhls musste ausgetauscht werden. Und dass das Fundament „net ganz im Lot ist“, stört den Handwerker nicht wirklich.

Passen müssen die Männer, als es um die Frage geht, wie alt das Bushäusl nun eigentlich ist. Ein zufällig auf seinem Traktor vorbeikommender Kopfsburger kann die Frage nicht beantworten, weil er erst die Ortschaft gekommen ist, als das Häuschen schon stand. Auch Wirt Tom Obermaier, der die Bushäusl-Crew zur Brotzeit – Wurstsemmeln und Bier – eingeladen hat, weiß keine genaue Antwort. Schließlich einigt man sich unter der Einbeziehung von historischen Fakten (eigenes Alter und Einschulung) und dem Herstellungsdatum der Dachplatten (1981) auf knapp 40 Jahre. Der, der es wissen könnte, und mit der Titulierung „hässlichstes Bushäusl in ganz Bayern“ dafür gesorgt hat, das das Kopfsburger Wartehäuschen 2015 zur Kulisse für ein Konzert von Liedermacher Mathias Kellner wurde, ist an diesem Samstag nicht da: Günter Kellner feiert seinen Geburtstag in Österreich.

Warten auf Liedermacher Kellner

Dafür weiß der Handwerker-Trupp, dass das Bushäusl „von der Gmoa“ fix und fertig montiert zum Standplatz in Kopfsburg transportiert wurde. Die Gemeinde kommt auch für das Material auf, das für die Renovierung benötigt wird. Und Bürgermeisterin Gerlinde Sigl hat die Arbeit der Helfer mehrmals in Augenschein genommen, um die Moral zu heben.

Schweigen macht sich breit, als die Rede auf den Zweck des Wartehäuschens kommt. Ja, inzwischen warteten die Grundschüler aus Kopfsburg darin auf den Bus, der sie zur Schule in Lengdorf bringt. Und vorher? „Dazu wollen wir lieber nix sagen“, geben sich die Männer diskret. Nur soviel verraten sie: „Es hat schon viel gesehen“.

Jetzt wollen die Kopfsburger, die dank ihres Schützenvereins über ein reges gesellschaftliches Leben und engen Zusammenhalt verfügen, Mathias Kellner über die Renvovierung informieren. Denn eigentlich hat der Liedermacher, der momentan mit seiner neusten Veröffentlichung „Kettenkarussell“ auf Tour ist, versprochen, dass er wiederkommt. Wenn das Bushäusl renoviert ist . . .

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