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Harry G: Von Isarpreißn und ihren chinesischen Lederhosen

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Beim Flirt mit dem Publikum spielte Harry G seinen ganzen Witz aus. foto: zimmerer
Beim Flirt mit dem Publikum spielte Harry G seinen ganzen Witz aus. foto: zimmerer

Lengdorf - Mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren ist der Bawaschdinger Burschenverein selbst gar nicht mehr so jung. Mit dem Stargast des traditionellen Kirtasamstag-Kabaretts holten die Papferdinger aber viele junge Besucher in den Menzinger Saal in Lengdorf. Harry G ist ein Hochkaräter.

Eine große Fangemeinde hat der Münchner Comedian vor allem auf Youtube und Facebook, was wiederum den Altersschnitt erheblich senkte.

Harry Gs Humor ist direkt. Frech und derb geht es von Beginn an zur Sache. Er macht im Publikum einen Stuttgarter ausfindig und bietet ihm 20 Euro, wenn er augenblicklich den Saal verlässt. Harry G wirkt wie ein Vorstadthallodri, der von der Mission beseelt ist, den Zuzug der Preißn zu stoppen.

Die normalen Preißn wie man sie im Umland finde, seien bei weitem nicht so gefährlich wie Isarpreißn, doziert er verschmitzt. Das sei so wie Joghurtfleck und Rotweinfleck auf dem Hemd, letzterer gehe nie wieder raus. „Das Schlimmste ist“, so Harry, „dass der Isarpreiß, kaum dass er einen Platz in einer Schwabinger Legebatterie gefunden hat, dazugehören will zu den Reichen und Schönen“. Dabei gebe es in der Schickeria auch Reiche und Hässliche, „siehe Alfons Schuhbeck“. Der nächste Fehler des Isarpreißn sei, dass er sich mit Gewalt anpassen wolle und unbedingt eine „urige“ Lederhose made in China brauche. Im Outlet lasse er sich von einer „traditionsbewussten Fachverkäuferin aus Sachsen“ beraten.

Die Leute schüttelten sich vor Lachen. Manchmal erwischte es Harry G selbst, und er lachte einfach mit. Das machte ihn sympathisch und man verzieht den einen oder anderen abgedroschenen Witz. Auch die Tiroler bekamen ihr Fett weg. Ihre Wiesn-Outfits im Landhausstil bezeichnete Harry G als „Voldemort der Trachtenmode“. Ihr Dialekt bestehe praktisch nur aus ch-Lauten („Wie sagen Tiroler zur Banane? Banane-ch!“). Am Ende gibt es tosenden Applaus und die Möglichkeit für ein Selfie mit dem Internet-Star.

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