+
Klare Vorstellungen: Michèle Forstmaier liegen vor allem Kinder- und Umweltschutzthemen am Herzen. Ein Supermarkt sollins Gewerbegebiet

Kommunalwahl 2020

Lengdorfs Bürgermeisterkandidatin Michèle Forstmaier stellt Wahlprogramm in Kopfsburg vor

Drangvolle Enge herrschte im Gasthof Obermaier in Kopfsburg, als die Freien Wähler Lengdorf ihre Kandidaten für die Kommunalwahl vorstellten. Für Bürgermeisterkandidatin Michèle Forstmaier bot sich dabei die Gelegenheit, ihre vier zentralen Themen Kinderbetreuung, Lärmschutz an der A 94, Trinkwasserversorgung sowie Klimaschutz und Energiewende mit Stationen ihres Lebens zu verbinden.

Kopfsburg – Der qualifizierten Kinderbetreuung in Lengdorf habe sie sich bereits vor Jahren gewidmet, als sie den damaligen Bürgermeister Siegfried Rübensaal, der ursprünglich eine Betreuung durch Tagesmütter etablieren wollte, von der Krippenbetreuung überzeugen konnte. Als zeitweilige Angestellte der Gemeinde habe sie dann den Bau der Lengdorfer Krippe vorbereitet. Da durch das neue Baugebiet eine Erweiterung von Kindergarten und Krippe anstehe, gelte es jetzt nachzudenken, ob das mit einem zweigeschossigem Anbau oder der Einbeziehung des alten Rathauses geschehen könne.

Dem Widerstand gegen die A 94 habe sie sich viele Jahre gewidmet, sagte Forstmaier. Inzwischen gehe es darum, sich für verbesserten Lärmschutz einzusetzen, damit es nicht soweit komme, „dass in Buch und Dorfen nachgebessert wird, aber nicht in Lengdorf. Wenn die Staatsregierung meint, dass sie die schlechtere Variante durchdrücken muss, würde man meinen, dass sie versucht, mit Wällen Lärmschutz zu schaffen“, sagte sie. Stattdessen seien in der erst öffentlich gewordenen Planänderung aus dem Jahr 2015 hoch absorbierende Wälle durch reflektierende Glaswände ersetzt worden. Zwar habe der Druck der Bürger dazu geführt, dass sich Ministerpräsident Markus Söder und der ehemalige Verkehrsminister Hans Reichhart selbst ein Bild gemacht hätten, man dürfe aber nicht nachlassen, weitere Maßnahmen zu fordern.

Auch der Schutz des Trinkwassers ist ein Thema, dem sich Forstmaier schon lange widmet. Als Mitglied des Landesvorstands von „Mehr Demokratie e. V.“ habe sie sich im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP für die kommunale Trinkwasserversorgung eingesetzt. Bei der Lengdorfer Versorgung gehe es um technische und personelle Investitionen, ein Outsourcen des Betriebs komme nicht in Frage.

Die Themen Klimaschutz und Energiewende hätten sie spätestens seit ihrer Diplomarbeit über energieeffizientes Bauen begleitet, sagte die Ingenieurin. „Ich werde keinen Klimanotstand für Lengdorf ausrufen und keine Resolution verfassen“, erklärte sie. Sie werde aber daran arbeiten, Lengdorf Schritt für Schritt näher zur Klimaneutralität zu bringen. Gemeinsam gelte es zu überlegen, welche Projekte und Fördermaßnahmen für Lengdorf sinnvoll und umsetzbar seien. Eile geboten, sah sie bei der 30 Jahre alten Heizung der Schule, „um nicht schnell schnell handeln zu müssen“.

Auch Gemeinderat Philipp Greimel, der auf Platz 2 erneut für das Gremium kandidiert, hatte in seiner Vorstellung die A 94 im Blick.

Ein Supermarkt soll ins Gewerbegebiet

Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, wie es in Bayern möglich sei, „dass so ein Murks gemacht wird“. Er forderte die bessere Einbeziehung des Bauausschusses sowie einen Ortstermin für eine Besichtigung der Kläranlage, bei dem auch das Personal anwesend sein müsse.

Für Peter Frank (Platz 4) steht der Bahnausbau im Fokus. „Wir müssen da wesentlich genauer hinsehen als es die CSU bei der Autobahn gemacht hat“, sagte er, und führte den Wegfall von Lärmschutzmaßnahmen gegenüber der alten Planung und deutlich minimierte Einspruchsmöglichkeiten der Bürger durch das so genannte Beschaffungsgesetz an. Veronika Holnburger (Platz 6) möchte als jüngste Listenkandidatin durch ihr kommunalpolitisches Engagement verbesserte Umweltbedingungen schaffen, „ohne, dass der Lebensunterhalt unbezahlbar wird“.

An die Adresse der örtlichen CSU wandte sich Nina Griebl-Karst (Platz10). Sie fände es erfreulich, dass die CSU aufgewacht sei und Themen übernommen habe, sagte sie. Entscheidend sei es, dass gemeinschaftlich Ideen entwickelt werden, wie die Ortsmitte in den nächsten Jahren gestaltet werden könne. Gegenstand der Diskussion war auch der geplante Supermarkt im Gewerbegebiet. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht unseren gut besuchten Bäckern und Metzgern Konkurrenz machen“, sagte Forstmaier. „Jeder beneidet uns um das, was wir haben“, verwies sie auf Dorfen. Sie wolle darauf achten, dass es im künftigen Supermarkt ein Regal mit regionalen Erzeugnissen gebe, versprach sie.

Anne Huber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Am Flughafen München haben Zollbeamte zwei Türkinnen kontrolliert. Insgesamt neun Gepäckstücke stellten die Beamten sicher und dürften nicht schlecht gestaunt haben.
Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Hubertus Fraunberg: Neuer Vorstandsposten und eine Rüge vom Gauschützenmeister
Hubertus-Vorsitzender Gerhard Zehetner hat seine erste Amtszeit perfekt gemeistert. Nach der einstimmigen Wiederwahl von ihm und seinem Vize Günther Eschbaumer in der …
Hubertus Fraunberg: Neuer Vorstandsposten und eine Rüge vom Gauschützenmeister
Moosinnings CSU-Bürgermeisterkandidat Manfred Lex: „Es gibt einen Weg, oder wir machen einen“
Entschlossen und souverän präsentierte Manfred Lex, Bürgermeisterkandidat der CSU Moosinning,  sein Wahlprogramm. Der 64-Jährige hat klare Ziele für die Gemeinde. 
Moosinnings CSU-Bürgermeisterkandidat Manfred Lex: „Es gibt einen Weg, oder wir machen einen“
Berglerns Bürger-Solarkraftwerk: Wer macht mit?
Altbürgermeister und Ehrenbürger Herbert Knur war der Erste: Er griff sich eines der Formulare, die Helmut Babinger mitgebracht hatte, um abzuklopfen, wie viele …
Berglerns Bürger-Solarkraftwerk: Wer macht mit?

Kommentare