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Einbürgerungsfeier: Landkreis Erding begrüßt 387 Neu-Deutsche

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Die Neubürger aus der Stadt Erding stellten sich zum fröhlichen Gruppenfoto auf.
Die Neubürger aus der Stadt Erding stellten sich zum fröhlichen Gruppenfoto auf. © Anne Huber

387 Menschen aus 64 Nationen wurden in den vergangenen beiden Jahren eingebürgert. Sie leben nun in 16 Gemeinden im Landkreis Erding .

Lengdorf – 387 Personen wurden in den beiden vergangenen Jahren im Landkreis Erding eingebürgert. Landrat Martin Bayerstorfer hat sie am Montag bei einer Einbürgerungsfeier im Saal des Gasthofs Menzinger begrüßt. „Sie haben sich mit Ihrer Entscheidung, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, auf Deutschland eingelassen“, sagte er. „Nun haben Sie die Möglichkeit, das Leben in unserem, in Ihrem Land aktiv mitzugestalten.“ Diese Teilhabe beschränke sich nicht auf das Wahlrecht, sondern umfasse politische Willensbildung und Mitwirkung in Parteien, Vereinen und Verbänden.

Bayerstorfer verschwieg nicht, dass für die Einbürgerung etliche Hürden genommen werden mussten. Sprachkenntnisse hätten nachgewiesen werden müssen und Fragen zu Rechts- und Gesellschaftsordnung beantwortet werden. „Das ist keine Kleinigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob die angestammte Bevölkerung das mit Erfolg geschafft hätte.“

Stellvertretend für die neuen Landkreisbürger sprach Daniela Bita im Gasthaus Menzinger in Lengdorf, wofür sie Landrat Martin Bayerstorfer beglückwünschte
Stellvertretend für die neuen Landkreisbürger sprach Daniela Bita im Gasthaus Menzinger in Lengdorf, wofür sie Landrat Martin Bayerstorfer beglückwünschte. © Anne Huber

Eine, die es geschafft hat, ist Daniela Bita, die stellvertretend für alle Neu-Deutschen ihre Erfahrungen mit dem zunächst fremden Land schilderte. Bereits 2014 ist die geborene Rumänin nach Deutschland gekommen. „Am Anfang wollte ich nur Englisch sprechen, auf Deutsch konnte ich nur bis zehn zählen und auf Wiedersehen sagen.“ Noch heute froh sei sie über ein privates Angebot zum Deutschlernen, wobei ihr bald klar geworden sei, dass sie nicht nur Hochdeutsch, sondern auch Bairisch lernen musste. „Also hab ich Pfiad di und Griaß di gelernt, denn Tschüss war verboten“, sagte sie unter dem Applaus der Besucher.

Trotzdem habe es Missverständnisse gegeben. Etwa als ihr die inzwischen verstorbene ehemalige Kreisbäuerin und Vizelandrätin Marianne Rötzer, bei der sie angestellt war, auftrug, das Licht am Christbaum auszuschalten und sie verstanden habe, dass sie den Christbaum wegräumen solle. „Als Frau Rötzer heimkam, hat sie den Christbaum nicht mehr gefunden“, erzählte die 40-Jährige noch immer etwas verschämt.

Inzwischen singe sie im Landfrauenchor, arbeite ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe „WIR für den Landkreis Erding“ und sei in die CSU eingetreten. Die Entscheidung zur Einbürgerung sei vor allem wegen ihrer Tochter gefallen, die inzwischen eine Ausbildung zur Pflegerin mache. Im Juni 2021 habe sie den Brief bekommen, „dass ich Deutsche bin“, erzählte sie. Bita stammt mit ihrer rumänischen Herkunft aus der größten Gruppe der Eingebürgerten. 68 Rumänen haben in den Jahren 2020 und 2021 im Landkreis die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Gleich fünf Personen zählt die Familie Wagner. Ihr deutscher Nachname geht auf den Großvater von Ehemann und Vater Johann Markus zurück, der aus Berlin stammt. Seit 2011 lebt Wagner zusammen mit Ehefrau Loredana-Mihaela und Tochter Angelina-Alegra (14) in Deutschland. Die beiden jüngeren Kinder, Davis (4) und Johann (2), sind in Erding geboren. Nur sechs Monate habe seine Frau gebraucht, um Deutsch zu lernen, er selbst habe bereits Deutsch gesprochen. Johann junior ließ sich gleich die Schokolade, die es als Willkommensgeschenk gab, schmecken.

Dass viele Kinder unter den Gästen waren, sorgte für eine angenehm ungezwungene Atmosphäre. Während es viele kleinen Gäste nicht auf ihren Plätzen hielt, war die zweieinhalbjährige Victoria mit ihrem Stickeralbum beschäftigt. Wie ihre Mama Paulina trug sie zur Feier des Tages Dirndl, Papa Anderl und Sohn Josef (5) Trachtenjanker. Josef hatte sogar einen Trachtenhut auf. Anderl Hintermaier stammt aus Armstorf, seine Frau Paulina ist der Liebe wegen 2014 aus Ecuador in den Landkreis gekommen. Ihr helfe es, viel Kontakt zur Familie ihres Mannes und zu Leuten aus dem Dorf zu haben.Und die Kinder? Die wachsen dreisprachig auf: Spanisch, Deutsch und Bairisch.

Aus insgesamt 64 Nationen stammen die neu eingebürgerten Landkreisbewohner, die zweitgrößte Gruppe kommt aus dem Kosovo (44), an dritter Stelle stehen Polen und Türken (je 21). Sie leben in 16 Gemeinde des Landkreises, der Großteil ist in Erding wohnhaft. Der offizielle Teil der mittlerweile zehnten Einbürgerungsfeier ging mit Bayern- und Nationalhymne zu Ende. Peter Hackel Gitarre) und dessen Frau Claudia Góndola de Hackel (Querflöte) begleiteten.

ANNE HUBER

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